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Weihnachten und Manhattan gehören doch irgendwie zusammen. 

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Heute vor 30 Jahren erschien “Last Christmas” von Wham. Weil allein die Nennung dieses Liedes schon Kopfkino anwirft bwz. Krätze verursacht (je nachdem), bleibt das auch weiterhin ungespielt. Zumindest hier. (hey, wer mir ne Mail schickt, der kriegt die über 6 Minuten lange “Pudding”-Version als MP3!)

Hydra-Instrument

Unter den Methoden, die zur Bewältigung der Dinge, die man tun muss, empfohlen werden, steht eine simple Aufzählung dieser Dinge auf einem Blatt Papier ganz weit oben.

Ich nenne sie in Abwandlung ihres eigentlichen Namens “TADA”-Liste, und sie hat bei mir zu Beginn eines Tages sagen wir sieben bis zehn Einträge.

Manchen Menschen hilft sowas ungemein. Diszipliniert und mit geradem Blick arbeiten Sie Punkt für Punkt ab und streichen ihn durch oder machen einen Haken in das aus Wingdings extra als Aufzählungszeichen ausgesuchte Quadrat.

Es ist ja auch schön, Dinge zu erledigen, vor allem wenn sie wichtig sind. Doch ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich das nicht immer eindeutig festlegen lässt. Ein großer Management-Guru empfahl, immer zwei Dinge zu nehmen und sich zu fragen, was man machen würde, wenn man nur eine Sache erledigen könne. Das habe dann eine höhere Priorität.

Schön. Wenn sich das eindeutig bestimmen lässt. Aber manche Tasks sind wie Kinder im Bus: jeder will vorne sitzen und macht so viel Geschrei, dass es fast unmöglich ist, eine Entscheidung zu treffen.

Was aber viel schlimmer ist: diese Liste ist niemals zu Ende, und das kann einen fast in den Wahnsinn treiben. Häufig schafft man aus einem Potpourri von zehn Einträgen vielleicht zwei bis drei, dafür kommen aber im Laufe des Tages mindestens noch fünf neue hinzu. Davon schafft man auch welche, aber insgesamt bleibt der Arbeitsberg gleich hoch und breit und wird selten kleiner.

1989

Für ein Facebook-Mem hat mich Jörg Kantel gebeten, etwas zu mir im Jahr 1989 zu schreiben.

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Das müsste aus dieser Zeit stammen. Die Matte an der Unterkante ist ein Bart, jawohl.

1989 ist gerade in diesen Tagen das Jahr der Grenzöffnung, des “Mauerfalls”. Mit der DDR hatte ich selbst nicht viel am Hut, und deswegen war die Angelegenheit auch weniger emotional als bei Menschen, die Freunde oder Verwandte in der DDR hatten. Meine beiden Berührungspunkte waren eine Klassenfahrt an die “Zonengrenze” nach Hof in der neunten Klasse sowie die Bundeswehrzeit, bei der die DDR Teil eines möglichen Gegners im “V-Fall” gewesen wäre (zum Glück bis jetzt nur Konjunktiv). Die Öffnung der Mauer ist deswegen als Nachrichtenereignis an mir vorüber gegangen, ohne dass ich mich an Zeit und Ort meiner Existenz erinnern könnte.

1989 war ich im zweiten Jahr meiner Tätigkeit als Redakteur bei der Data Welt, die in PC Praxis umgenannt worden war. Ich betreute damals den Bereich “Tipps und Tricks”, was im Prinzip Dompteur für die verschiedenen freien Autoren zu sein bedeutete. Ich brachte mich selbst außer für den einen oder anderen selbst geschriebenen Artikel nicht groß in die Zeitschrift ein, und der Service-Bereich war zwar gerade in der PC Praxis recht umfangreich, doch nicht das, was prominent an erster Stelle auf dem Cover stand und Verkaufszahlen brachte.

Dennoch hatte die PC Praxis nach und nach Erfolg und konnte irgendwann sogar die als magisch geltende 200.000-verkaufte-Auflage-Grenze knacken. In 1989 aber noch lange nicht. In diesem Jahr wurde aus der Data Welt erst einmal die PC Praxis.

In diesem Jahr wirkte ich auch an meinem ersten Buch mit, dem Atari ST-Druckerbuch. Über meine Buchautortätigkeit erzähle ich noch mal extra.

In meinem Leben war ich gerade vier Jahre verheiratet, und wir überlegten uns, ob wir nicht ein Kind aus dem Ausland adoptieren sollten. Dass das anschließend fünf Jahre dauern würde, hätten wir uns im Traum auch nicht ausgedacht.

Und noch eine größere Aktion nahm ihren Anfang: wo ich mein Architektur-Studium schon nicht für einen vernünftigen Beruf nutzen konnte, entwarf ich mein eigenes Haus auf dem Grundstück meiner Schwiegereltern. Da im Hinterland bauen immer schwierig ist, mussten wir erst durch eine Bauvoranfrage.