Kunden, die teils skurile Wünsche und Probleme äußern – wie wird man damit fertig, wie geht man damit um? Wen das interessiert, der sollte sich das Buch anschauen.
Wer allerdings glaubt, hier ein Panoptikum der Menschen, mit denen Karsten Wollny als Möbelpacker zu tun hat, bis ins kleinste Detail geschildert zu bekommen mit einer Anleitung, wie diese zu behandeln seien, den wird das Buch womöglich enttäuschen. Statt dessen schildert es ein Stück des Lebensweges eines Menschen, der für sich eine Aufgabe gefunden hat, die auf den ersten Blick nicht attraktiv erscheint: Möbel schleppen? Da stelle ich mir selbst nur den Beruf des Gerüstbauers als noch fieser vor.
Doch umgezogen wird immer, und so ist ein guter “Möbler” ein gefragter Mann. Wenn er gute Umgangsformen hat sowieso. Doch es ist weit mehr nötig: die Erfahrung und Abgebrühtheit im Umgang mit fiesen Kunden und Nachbarn. Und mit Kollegen natürlich auch.
Insgesamt ist es ein vergnügliches Buch, das auch Abgründe nicht auslässt und sich in zwei Tagen weg frühstücken lässt. Und das mal wieder zeigt: Wenn ich möchte, dass mich jemand gut behandelt und seine Arbeit ordentlich tut, muss ich ihn nicht nur bezahlen, sondern auch die einfachen Formen der Höflichkeit wahren (und mitdenken, das hat bekanntlich noch nie geschadet).
368 Seiten, Taschenbuch
9,95 EUR (D)
ISBN 978-3-86265-112-2
Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2012
www.schwarzkopf-schwarzkopf.de
Bevor N.e.r.d.s. anfängt, ist es auch schon vorbei. Es ist ein äußerst kurzes Buch, verglichen mit den Regalmetern von klassischer Kinderliteratur wie Harry Potter oder der Tintenklecks-Trilogie. Das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Und dem Inhalt auch nicht.