10 Erkenntnisse von der #rpTEN

  1. Auf einer solchen Veranstaltung geht es für mich immer um zwei Dinge: Menschen und Inhalte. Und zwar genau in dieser Reihenfolge.
  2. Viele verstehen die re:publica nicht, wenn ich so eine Frage noch bei der zehnten Auflage lesen muss.
  3. Ich verstehe die re:publica bestimmt auch nicht. Manchmal kam ich mir vor wie ein Veganer auf einem Kongress der Viehbarone.
  4. Beispiel: Der Jugendliche, der „Erwachsenen“ Snapchat erklären sollte, hat mich dazu gebracht, vorerst die Finger davon zu lassen.
  5. Ich habe selten eine so perfekte Organisation erlebt, wo bis ins kleinste Detail alles stimmte. CI bis zum Toilettenschild. Viele, leise, freundliche und effektive Helfer. Da kann sich sogar die CeBIT eine Scheibe von abschneiden.
  6. VR ist das Kino der Zukunft, aber erst wenn die Technik besser wird und Menschen sich daran gewöhnt haben. Beim VR-Experiment Doghouse sahen fünf Personen, darunter auch ich, einen Film aus der Perspektive je Mitglieds einer Familie bzw. der Freundin bei einem gemeinsamen Abendessen mit zum Teil problematischem Verlauf. Das Erlebnis war beeindruckend. Ich habe jedoch die Szenen nur verschwommen sehen können (vielleicht wegen meiner Weitsichtigkeit), und anderen aus unserer Gruppe wurde sogar schlecht. Außerdem habe ich eine Ahnung, wie sich Stevie Wonder fühlen muss, wenn man unbemerkt fotografiert und das Bild veröffentlicht wird, ohne zu fragen (das Bild kann gerne bleiben, ich hab nichts dagegen).
  7. Mit aussagekräftigem T-Shirt ist man auf der Veranstaltung genau richtig gekleidet, auf der anschließenden Party bei der hippen PR-Butze aber sowas von nicht.
  8. Während die Ambitionen der großen Sessions häufig verpuffen (die Sketchnotes z. B. waren für mich nicht erhellend, geradezu banal), fand ich unter den kleinen Nebenveranstaltungen einige Perlen (z. B. der Praxis-Workshop Arduino oder die Session zu Amateurfunk).
  9. Bei den Menschenmassen musste ich erst einmal durchatmen, das ist man als Soloworker, der nicht auf viele solcher Veranstaltungen geht, nicht gewohnt, und dann frage ich mich: wie passen die alle in die vielen zum Teil kleinen Säle. Sit-Ins waren denn auch normal.
  10. Was für eine tolle Gemeinschaft unser Techniktagebuchteam doch ist. Note to self: beim nächsten Mal noch später zurückfliegen, damit man – wenn unsere Session so spät liegt – trotzdem dabei sein und mitmachen kann.

Arduino-Workshop auf der rpTEN rpten3 rpten4

Credo

Ich glaube
An das Licht in der Finsternis
An Trost in Krankheit
An Linderung im Schmerz
An Nähe in der Einsamkeit
An Klarheit trotz der Sucht
An die Harmonie des Chaos
Dass die Irren Recht haben
Dass die Zartherzigen siegen

Ich glaube
An den Aufstand gegen die Verhältnisse
An Versöhnung im Streit
An Gerechtigkeit die heilt
An Vergebung die die Vergebenden tröstet
An immer neues Vertrauen
Dass Grenzen fallen
und wir einander neu Heimat finden lassen

Ich glaube
An Gottes Anwesenheit
verborgen, unerkannt
in der Ohnmacht mächtig
an innige Gemeinschaft von oben und unten
von denen am Rand und denen an der Macht
die Schwachen in der Mitte
die Kinder auf dem Ehrenplatz
den Stummen das Wort
den Lahmen der Tanz

Ich glaube
An das Aufstehn mitten im Tod
An das Wunder neuen Lebens in dieser Welt
Und an die Herrlichkeit des ewigen Festsaals!

Amen

Quelle: Ilka Sobottke, Citykirche Konkordien, Mannheim 2016

aus dem TV-Gottesdienst in der ARD zu Karfreitag

Jahresendfragebogen 2015

Da gibt es schon zwei – für Interessierte: 2014, 2013

Zugenommen oder abgenommen?

Mehr, trotz 2x Teilnahme am Gruppenabnehmen. Aller guten Dinge sind da hoffentlich drei.

Haare länger oder kürzer?

So kurz wie nie zuvor.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Ich muss tatsächlich öfter als früher meine Lesebrille aufziehen.

Mehr Kohle oder weniger?

Tendenz gleichbleibend (zurzeit wenigstens nicht abwärts).

Mehr ausgegeben oder weniger?

Anfangs gleich, zum Ende sogar weniger.

Mehr bewegt oder weniger?

Weniger, das hat auch das Ergebnis von Frage 1 beeinflusst.

Der hirnrissigste Plan?

Es allen recht machen zu wollen. Am Ende verloren, zum Glück nur teilweise.

Die gefährlichste Unternehmung?

In diesem Jahr war es weitgehend ungefährlich.

Die teuerste Anschaffung?

Ein neues Tablet-Notebook für 400 Euro. Oh, und ein neuer Kat fürs Auto, der gleich doppelt so teuer war.

Das leckerste Essen?

Pommes Frites mit Chili-Käse-Soße bei KFC (ernsthaft – manchmal braucht man sowas einfach).

Das beeindruckendste Buch?

Das Telefonbuch (ernsthaft – es bewahrt trotzig seine Existenz).

Der ergreifendste Film?

Na was wohl. Star Wars – The Force awakens. In meinem Düsseldorfer Lieblingskino, mit 3D und in Originalversion.

Das beste Lied?

Somewhere over the rainbow

Das schönste Konzert?

Die Tango-Show vom 3. Januar. Das war nicht schwer, denn ich hab kein anderes besucht (es war wirklich schön).

Die meiste Zeit verbracht mit…?

Lernen.

Die schönste Zeit verbracht mit…?

Immer noch: der Familie.

Vorherrschendes Gefühl 2015?

Das Ende ist in Sicht!

2015 zum ersten Mal getan?

Auf die Re-Publica gefahren.

2015 nach langer Zeit wieder getan?

Gebloggt. Für eine richtige Zeitung geschrieben.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Kündigung einer Arbeit, in der mein Herzblut steckte. Auto kommt nicht durch TÜV (siehe auch Anschaffungs-Frage). Die verlorene Lehrstelle meiner Tochter.

Die wichtigste Sache, von der ich jemand überzeugen wollte?

Noch ein Jahr, dann ist es vorbei.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

O

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Nach wie vor Vertrauen in meine Fähigkeiten (allerdings andere als im letzten Jahr).

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Durch Sie habe ich das so gut verstanden, dass ich es sogar anderen zeigen konnte.“

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

„Noch ein Jahr, dann ist es vorbei.“

2015 war mit einem Wort…?

Silber (damit ist schon klar, was nächstes Jahr wird).

Was kümmert es die Eiche… #kritikprofis

Als Profi, der ab und zu auch vor Publikum tätig ist, kommt es hin und wieder zu ungewollten Reaktionen, mit denen ich irgendwie umgehen muss. „PR-Doktor“ Kerstin Hoffmann hat das selbst erlebt und aus diesem Anlass eine Blogparade ins Leben gerufen, an der ich mich gerne beteilige.

Da ich verschiedene Tellerchen drehe, kommen Reaktionen auf verschiedenen Ebenen zu mir. Mein erster großer Artikel als Autor und Redakteur enthielt einen Fehler (es ging um Malprogramme, und ich behauptete, eine bestimmte Funktion gäbe es bei einer Software nicht). Sofort wurde die Redaktion mit Leserbriefen bombardiert, und ich musste mich auch mit einigen unflätigen Bemerkungen auseinandersetzen. Damals lernte ich jedoch die wichtigste Regel: Fehler gehören zum Geschäft, und die Erde dreht sich weiter. Man muss sie zugeben, korrigieren und weiter machen, auch wenn manche einen als Idioten beschimpfen.

Seit vielen Jahren bin ich auch als EDV-Trainer unterwegs, und zwar bei Menschen, die nicht selbst dafür bezahlen, sondern im Rahmen von Wiedereingliederungs-Programmen ins Arbeitsleben daran teilnehmen. Nicht jeder ist mit meiner Art oder meinen Inhalten einverstanden. Um das abzufangen, biete ich in bestimmten Abständen die Möglichkeit, Feedback zu geben. Das hatte ich anfangs nicht, und das motivierte manchen, während des Unterrichts mich mit Bemerkungen aus dem Konzept bringen zu wollen.

Eine Frau meinte sogar, mit meinem Stil überhaupt nichts anfangen zu können und zog sich anschließend komplett zurück. Ich akzeptierte das und sagte es ihr auch. Ich nehme so etwas nicht persönlich. Es ist zwar schön, wenn einen alle mögen, doch 100% Zustimmung erreicht man kaum. Bill Clinton meinte einst, ihm würden 51% reichen. Ich bin allerdings froh, wenn ich meist etwas mehr schaffe. Eine Garantie ist das Gefühl jedoch nicht.

Und wenn die Reaktion heftiger wird? Vor vielen Jahren konnte ich einen professionellen Rhetorikkurs bei Peter Palausch absolvieren. Dort lernten wir auch mit unflätigen Reaktionen aus dem Publikum umzugehen, und zwar auf die einzig richtige Art: darüber hinweg gehen. Voraussetzung hierfür ist nach meiner Erfahrung eine klare Linie, die man durch den Vortrag ziehen muss. Wenn ich fest verwurzelt bin, kann mich nichts umwerfen.

Für den Umgang mit Kritik halte ich mich auch an Vera F. Birkenbihl, die dazu in einem Buch empfiehlt, den Kritiker (bei der entsprechenden Gelegenheit) zu bitten, doch mehr zu erzählen, nachzufragen. Unsachliche Nörgler können spätestens hier nicht mehr viel dazu sagen, und aus dem Rest können wir lernen.

Also sehe ich mehrere Säulen für die Kritikfestigkeit: Ein klar durchstrukturiertes Programm, eine gute Präsentation sowie ein separates Ventil für Kritik anzubieten. Und die Einsicht, dass niemand perfekt sein kann. Selbst beim Umgang mit Kritik nicht.

Sport ist Mord (IV)

Ich habe ja schon – die älteren werden sich vielleicht erinnern – früher über meine Sportbegeisterung geschrieben. Jetzt kommt das Thema wieder hoch, weil eine Mutter eine Petition zur Abschaffung der Bundesjugendspiele ins Leben gerufen hat. Und der übliche Shitstorm fegt über Sie hinweg, gefolgt von einem Soapstorm.

Ich kann mich nicht mal erinnern, eine Teilnahmeurkunde bekommen zu haben. Aber als ich soweit war, daran teilnehmen zu müssen, war mir das sowieso egal, weil es auch meinen Eltern und den mir wichtigen Freunden egal war.

In der 5 und 6 (damals noch Sexta/Quinta) hatten wir einen scharfen Hund als Sportlehrer, der mir regelmäßig eine 5 verpasste, weil ich den Leistungsanforderungen nicht genügte. Da konnten die Bundesjugendspiele auch nichts mehr verderben.

Ich habe weder ein Trauma davon behalten noch sonstige bleibende Schäden. Außer einer soliden Ablehnung von Stress im Sport.

Insofern finde ich die Abschaffung gut, wenn das gesparte Geld in sinnvollere Förderungen gesteckt wird. Wie wäre es mit mehr Computer-Unterricht? (oho! nächstes Wespennest…)

Zwanzig

Vor vielen, vielen Jahren begab es sich, dass ein Redakteur in die Selbstständigkeit wechselte. Von seinem Chef bekam er das Angebot, die Artikel in Zukunft als freier Journalist zu liefern. Keine Anwesenheitspflicht mehr in der Redaktion, keine aufwändigen Grenzkontrollen mehr am Übertritt in die Nachbarstadt, freie Zeiteinteilung, mehr Raum für die Familie, die sich just zu diesem Zeitpunkt erweitern sollte (und wie sie das hat!).

Seither ist dieser Beruf eine Passion. Mein Status ist, wenn auch anfangs mehr hineingeschubst als selbstgewählt, mir heilig. Viele Selbstständige sind ja in Wirklichkeit nur auf dem Weg zur nächsten Festanstellung, Durchreisende, mit mehr Gehalt und besserem Stigma als wenn man als „Arbeitssuchender“ gilt. So wie viele „Single“ eigentlich keine sind, denn sie suchen auch nach einer Beziehung.

Doch ich bin mit Leidenschaft selbstständig, ich möchte es nicht anders. Es ist schwierig, ich drehe hier immer mehrere Tellerchen und habe mehrere Hüte, die ich im Wechsel aufsetze: Autor, Lehrer, PC-Troubleshooter und noch einige mehr. Dass man selbstständig ist, heißt nicht, dass man keinen Boss mehr hat, sondern dass man viele Bosse hat.

Der Umgang mit Zeit und Terminen ist fast noch eine größere Herausforderung als die Beschäftigung mit den Inhalten. Aber nochmal: ich könnte mir zurzeit keinen besseren Zustand vorstellen. Was in Zukunft ist, wer kann das schon sagen. Hätte mir jemand damals erzählen können, dass ich hier in zwanzig Jahren noch in der Hauptsache das gleiche tue?

Jahresrückblick 2014

Hier der Vorgänger, zum Vergleichen.

Zugenommen oder abgenommen?

Im Laufe des Jahres den Vorsprung von 2013 (siehe Link oben) wieder verloren, aber zum Ende hin ging es wieder abwärts. Aber dolle Schwankungen sind ja sowieso ungesund.

Haare länger oder kürzer?

Über kurz oder lang meist kurz.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Sicht hat sich weiter in Richtung weit verschlechtert, wenn das so weitergeht, werde ich meine Brille tatsächlich benutzen müssen. Vor allem aber brauche ich viel Licht, damit ich etwas erkenne.

Mehr Kohle oder weniger?

Weiterhin kein Grund, einen Geldspeicher zu bauen, aber man schlägt sich durch.

Mehr ausgegeben oder weniger?

Dank Budgetplanung und Verzicht ohne Reue in etwa gleich geblieben.

Mehr bewegt oder weniger?

Gefühlt weniger.

Der hirnrissigste Plan?

Zwei Wochen Vorbereitung reichen aus.

Die gefährlichste Unternehmung?

Mit dem kaputten Auto nach hause fahren wollen. Zum Glück nur Landstraße, zum Glück rechtzeitig gestoppt, zum Glück hat Werkstatt Fehler am nächsten Tag gefunden.

Die teuerste Anschaffung?

Ahornparkett für das neue Arbeitsszimmer.

Das leckerste Essen?

Beim Freund der Tochter am zweiten Weihnachtstag.

Das beeindruckendste Buch?

Kathrin Passig: Weniger schlecht programmieren. Was sie immer schon über das Coden wissen wollten aber vielleicht nie zu fragen wagten.

Der ergreifendste Film?

Schindlers Liste an Weihnachten (Danke, RTL2, ihr hieltet euch an die Werbefreiheit).

Das beste Lied?

Au revoir

Das schönste Konzert?

Ich bin nicht so der Konzertgänger, aber für den 3. Januar steht eine Tango-Show an. Ob die es brachte, kann man dann nächstes Jahr hier lesen…

Die meiste Zeit verbracht mit…?

Viel Nachdenken.

Die schönste Zeit verbracht mit…?

Weiterhin: der Familie.

Vorherrschendes Gefühl 2014?

Wo soll das alles hinführen…?

2014 zum ersten Mal getan?

Klick-Parkett verlegt. Anstrengend, aber die Mühe wert. Es geht nichts über echtes Holz.

2014 nach langer Zeit wieder getan?

Mit der elektrischen Eisenbahn (LGB) gespielt. Faszination ist immer noch die gleiche.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Streikende Knie, streitende Kinder, streifiger Wandfarbenauftrag.

Die wichtigste Sache, von der ich jemand überzeugen wollte?

Ich kann das immer noch, und das packe ich schon.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Gelassenheit. Und ein iPhone.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Vertrauen in meine Fähigkeiten (dieses Jahr gleich mehrfach).

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Die wollen keine Minute mit Ihnen verpassen.“

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

„Das kriegen wir schon hin.“

2014 war mit einem Wort…?

Unfertig.