Erfolgsjournal 5/6-2017

Isch ‚abe jetzt wieder eine Auto. Einen kleinen Nissan Micra, um unabhängiger und ohne Bushose unterwegs zu sein. Der Wagen ist 23 Jahre alt, wurde aber von alten Menschen selten bewegt und hat deswegen unter 100.000 auf der Uhr. Und das merkt man auch. Untendrunter null Rost, nur der Topf ging nach ein paar Tagen kaputt und musste ersetzt werden. Ansonsten gut angelegte 1000 Euro.

Außerdem neu in meiner Ausstattung: die Apple Watch S2. Die Vorgängerin war eine Leihgabe des Herstellers und ging letzten Herbst zurück. Die neue Apple Watch versucht, besser auf meine Gesundheit zu achten. Hauptsache, sie vermeldet nicht mein Ableben, wenn ich sie mal einen halben Tag nicht trage…

Erfolgsjournal 4-2017

Am Montag größeres Projekt endlich abgeschlossen. Man kennt das: das rollt man sonst vor einem wie so dicke Steine den Hügel zum Erfolg hinauf. Jetzt abwarten, was der Auftraggeber sagt.

Am Samstag habe ich eine große Hürde auf dem Weg zu Ruhm Reichtum Erfolg geschafft: eine Prüfung absolviert und wenn mich nicht alles täuscht, dann werde ich die auch bestanden haben. Sie war die letzte Voraussetzung, um die gesamte Ausbildung abschließen zu können.

Jahresrückblick 2014

Hier der Vorgänger, zum Vergleichen.

Zugenommen oder abgenommen?

Im Laufe des Jahres den Vorsprung von 2013 (siehe Link oben) wieder verloren, aber zum Ende hin ging es wieder abwärts. Aber dolle Schwankungen sind ja sowieso ungesund.

Haare länger oder kürzer?

Über kurz oder lang meist kurz.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Sicht hat sich weiter in Richtung weit verschlechtert, wenn das so weitergeht, werde ich meine Brille tatsächlich benutzen müssen. Vor allem aber brauche ich viel Licht, damit ich etwas erkenne.

Mehr Kohle oder weniger?

Weiterhin kein Grund, einen Geldspeicher zu bauen, aber man schlägt sich durch.

Mehr ausgegeben oder weniger?

Dank Budgetplanung und Verzicht ohne Reue in etwa gleich geblieben.

Mehr bewegt oder weniger?

Gefühlt weniger.

Der hirnrissigste Plan?

Zwei Wochen Vorbereitung reichen aus.

Die gefährlichste Unternehmung?

Mit dem kaputten Auto nach hause fahren wollen. Zum Glück nur Landstraße, zum Glück rechtzeitig gestoppt, zum Glück hat Werkstatt Fehler am nächsten Tag gefunden.

Die teuerste Anschaffung?

Ahornparkett für das neue Arbeitsszimmer.

Das leckerste Essen?

Beim Freund der Tochter am zweiten Weihnachtstag.

Das beeindruckendste Buch?

Kathrin Passig: Weniger schlecht programmieren. Was sie immer schon über das Coden wissen wollten aber vielleicht nie zu fragen wagten.

Der ergreifendste Film?

Schindlers Liste an Weihnachten (Danke, RTL2, ihr hieltet euch an die Werbefreiheit).

Das beste Lied?

Au revoir

Das schönste Konzert?

Ich bin nicht so der Konzertgänger, aber für den 3. Januar steht eine Tango-Show an. Ob die es brachte, kann man dann nächstes Jahr hier lesen…

Die meiste Zeit verbracht mit…?

Viel Nachdenken.

Die schönste Zeit verbracht mit…?

Weiterhin: der Familie.

Vorherrschendes Gefühl 2014?

Wo soll das alles hinführen…?

2014 zum ersten Mal getan?

Klick-Parkett verlegt. Anstrengend, aber die Mühe wert. Es geht nichts über echtes Holz.

2014 nach langer Zeit wieder getan?

Mit der elektrischen Eisenbahn (LGB) gespielt. Faszination ist immer noch die gleiche.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Streikende Knie, streitende Kinder, streifiger Wandfarbenauftrag.

Die wichtigste Sache, von der ich jemand überzeugen wollte?

Ich kann das immer noch, und das packe ich schon.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Gelassenheit. Und ein iPhone.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Vertrauen in meine Fähigkeiten (dieses Jahr gleich mehrfach).

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Die wollen keine Minute mit Ihnen verpassen.“

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

„Das kriegen wir schon hin.“

2014 war mit einem Wort…?

Unfertig.

Ode an die Siebziger (II)

Kino, das war in meiner Kindheit der Ort, wo man Filme schaute. Ehrlich. In groß, und faszinierend wie später nie wieder, obwohl es damals weder 3D gab noch Dolby-Raumklang (Ausnahme siehe unten). Videorecorder gab es noch nicht, die Scheiben- oder Movieplayer der letzten Jahre sowieso nicht. Filme wurden also ausschließlich im Großformat konsumiert. Vielleicht kommt daher ihre Faszination. Oder es liegt an der Welt, die sie abbildeten. Ein paar Klassiker aus den Siebzigern.

2001 – Odyssee im Weltall – Diesen Film nicht im Kino zu sehen geht fast gar nicht. Die klaustrophobe Athmosphäre und die Weite des Alls zugleich – dazu gehört einfach die Dunkelheit eines Kinosaals und die Einsamkeit des Zuschauers in seinem Sessel.

Kampfstern Galactica – Wo Filme heutzutage mit 3D die Käufer ins Kino lockten, versuchten sie es in den Siebzigern mit Sensurround. Das hat mit Raumklang nichts zu tun, sondern waren besonders tiefe Töne, die den Zuschauer in seinem Sitz vibrieren lassen sollten, etwa bei Filmen wie Erdbeben oder auch dem ersten Kampfstern Galactica. In Köln war es nach meiner Erinnerung das Residenz, in dem wir den Film in dieser Technik anschauten – und fasziniert waren, vor allem von den chromblitzenden Zylonen.

Telefon – Des Waldes dunkel zieht mich magisch an, doch muß zu meinem Wort ich stehn und Meilen gehen, bevor ich schlafen kann. Wer diesen Text kennt, hat ihn wahrscheinlich im Film „Telefon“ gehört, wo ein Wahnsinniger so Schläfer weckt, die dann irgendwas in die Luft sprengen. Hier schon weht der Hauch des endenden (alten) Konflikts zwischen Ost und West.

Flammendes Inferno – Als dieser Film in die Kinos kam, waren wir eigentlich zu jung, um ihn zu sehen. Mein Freund war jedoch ein absoluter Feuerwehr-Freak (er schlief z. B. nachts mit einer über echten Feuerwehrstiefeln gestülpter Hose, um bei Alarm direkt zu Einsätzen fahren zu können). So schaffte sein Vater es, dass wir doch eine Vorstellung besuchen konnten. Der Film ist ein Abgesang auf Größenwahn, Pfusch am Bau und unverantwortliches Handeln. Ich hab ihn später immer wieder gerne gesehen (allerdings hat irgendeiner mal die Synchronstimmen modernisiert – schrecklich!).

Krieg der Sterne – Als der erste Film Ende der Siebziger in die Kinos kam, haben die deutschen Verleiher wohl eher an ein B-Movie gedacht, denn in Köln lief er nur im Theater am Rudolfplatz. Ich könnte jetzt einen Puristen-Lobgesang auf die noch nicht digital verhunzte Fassung loslassen, aber die gefällt mir auf ihre Art auch. Geradezu genial waren die bombastischen Effekte, und den Grabenflug muss man im Kino gesehen haben.

Kongress der Viehbarone

In diesem Jahr war ich zum, wenn ich richtig zähle, 27. Mal auf der CeBIT. Grundsätzlich gilt immer noch, was ich hier zum „silbernen Jubiläum“ meiner Teilnahme schrieb. Doch in diesem Jahr kam ich mir vor wie ein Veganer auf dem Kongress der Viehbarone.

Da die Messe sich dem Fachpublikum verschrieben hat, war die Situation entspannt, man kam sich vor wie früher auf der Systems. Morgens wenig Verkehr, Parkplatz gut zu bekommen (sogar unter Halle 1), und auch auf dem Gelände wenig Gedränge.

Um es auf den Punkt zu bringen: ICH FAND DAS TOLL!!! Die operative Hektik der vergangenen Jahre vermisse ich kein bisschen.

Doch was mir nicht gefiel, ist die (thematische) Entfernung der Messe vom Anwender. Die Bewältigung großer Datenmengen, was das Schlagwort „Datability“ wohl ausdrücken soll, ist für Firmen bestimmt ein Thema, das wichtig ist.

Darüber hinaus ist die Nutzung der Computer- und Telekomtechnik in der Industrie sicher sinnvoll, jetzt, wo das dank leistungsfähiger Elektronik endlich auch für zeitkritische Aufgaben möglich ist.

Aber die ganzen anderen Themen sollten darüber auch nicht vernachlässigt werden. OK, um die Auswahl des richtigen Handys kümmert sich vielleicht die MWC, und Multimediaschnickschnack wandert zur IFA.

Aber welches Tablet, Notebook oder PC mit welchem System und welcher Software für die Allroundnutzung das beste ist, ging im Wust der Industrie- und Profithemen unter. So kann meine Forderung an die nächsten Jahre nur lauten: MORE BEEF!

10 Antworten, 10 Blogs, 10 Fragen

Johannes initiierte ein Online-Pyramidenspiel. Irgendwie sowas. Mal schauen, was dabei heraus kommt. Meine Antworten stehen in kursiv unter den Fragen.

  1. Was ist deine Mei­nung zum Berlin/Bonn-Gesetz?
    ABM für Bahn und Lufthansa. Ich möchte die Reise-/Kommunikationskosten für diese Maßnahme nicht kennen, vom sonstigen überflüssigen Aufwand im Laufe der Jahre abgesehen. Im Übrigen halte ich es für einen eklatanten Fehler und eine Verschwendung von Steuergeldern, dass Berlin wieder zur Bundeshauptstadt wurde.
  2. Hast du der­zeit ein Ehren­amt? Oder sogar meh­rere? Welche(s)? Warum?
    Nein. Zu wenig Zeit und kein Amt in der Nähe, das einen Einsatz im Augenblick rechtfertigen würde.
  3. Wie ist dein Ver­hält­nis zum Telefonieren?
    Ich hab da schon mal was zu referiert. Tadadingding (oder wie die Abkürzung für Zusammenfassung lautet): Ich telefoniere gerne, aber nicht gerne lange, und halte das für direkter, verbindlicher und zupackender als (andere) elektronische Formen der Kommunikation.
  4. Was ist deine Ein­stel­lung zur Femen-Bewe­gung?
    Ich habe keine. Ich erlaube mir, bestimmte Dinge nicht zu beachten oder bewerten.
  5. Hei­ra­ten: Eine über­holte Tra­di­tion, ein schö­ner Lie­bes­be­weis, ein läs­ti­ges Muss oder was?
    Eine gegenseitige Versicherung des Vertrauens.
  6. Schätze mal bitte: Wie viel Pro­zent dei­ner Freunde und Bekann­ten kennst du aus den fol­gen­den sozia­len Umfeldern:
    1. Von der Aus­bil­dung, Schule, Uni etc.?
      10%
    2. Aus der Arbeit?
      20%
    3. Über das Internet?
      10%
    4. Über dei­nen Partner/deine Part­ne­rin? (Auch: ehe­ma­lige Partner.)
      10%
    5. Wo ganz anders her?
      50%
  7. Wel­che Erklä­rung hast du für die Ver­tei­lung in der vor­he­ri­gen Frage?
    Es zeigt, wo meine Prioritäten liegen. Beziehungsweise, dass diese ständig divergieren.
  8. Wor­aus besteht dein Früh­stück an einem typi­schen Wochentag?
    Wechselweise gepimptes Müsli (normales mit zusätzlichen Trockenfrüchten) mit Milch oder Brot/Brötchen mit Belag, wobei immer Honig dabei sein muss. In jedem Fall Kaffee mit Milch.
  9. Hast du eine oder meh­rere Zeit­schrif­ten abon­niert? Wel­che, seit wann und warum?
    Nur die c’t wegen der Vergünstigungen (Online-Archiv). Programmzeitung und andere PC-Zeitungen kaufe ich lieber selbst, und die Tageszeitung nur zweimal die Woche, nämlich Donnerstag und Samstag.
  10. „E plu­ri­bus unum“, wie ein gewis­ser Karl-Theodor Frhr. zu Gut­ten­berg in sei­ner her­vor­ra­gen­den Dok­tor­ar­beit geschrie­ben hat. Sind die „Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Europa“, also eine EU nach USA-Vorbild, dei­ner Mei­nung nach eine rea­li­sier­bare Vision? Oder kann Europa nie­mals eine Nation mit einer Zen­tral­re­gie­rung und eige­ner Ver­fas­sung wer­den? Warum?
    Obwohl ich ein totaler Europa-Fan bin, glaube ich, dass es noch einen langen Weg bräuchte. Die Partnerländer sind auch (und je mehr dazu kommen, um so mehr) zu unterschiedlich in Mentalität, Wirtschaftskraft etc., um eine USE zu realisieren. Schade, eigentlich.

Die zehn BloggerInnen, denen ich Fragen stellen möchte, sind „altgedient“. Sie waren also gerüchteweise sogar schon in den ominösen finnischen Clubs dabei. Als der Rest des Internet noch Benjamin Blümchen gehört hat. Da ich nicht weiß, ob sie mich (noch) lesen, werde ich sie einmal über den Link unten anpingen, oder sie bekommen es mit, wenn ich diesen Artikel in Facebook erwähne. Den Rest mögen die Online-Götter besorgen (oder auch nicht). Ich würde mich jedenfalls freuen.

Wenn von woanders auch so ein Stöckchen kam, bekomme ich das nicht immer mit. Theoretisch müssten die zehn das auch genauso verteilen wie ich und viele andere. Ich selbst bestehe aber nicht darauf. Trotzdem fände ich die Antworten spannend.

  1. Anke Tröder
  2. Claudia Klinger
  3. Frank Lachmann
  4. Günter Hack
  5. Kai Pahl
  6. Peter Praschl
  7. Rainer Bartel
  8. Ralf G.
  9. Ronsens
  10. Spackonauten

Die zehn Fragen:

  1. Blogst du heute genauso gerne wie am Anfang?
  2. Ich weiß, es ist nicht immer einfach, den Zeitaufwand für das Bloggen zu beziffern. Falls es doch geht, hätte ich gerne eine Prozentangabe bezogen auf die gesamte Zeit, die du im Internet bist. Und geradezu glücklich wäre ich, wenn du auch noch Facebook, Twitter oder Google plus mit Prozenten angeben könntest.
  3. Hast du jemals einen beruflichen oder persönlichen Vor- oder Nachteil aus der Bloggerei gehabt? (also Freund/Freundin gefunden oder verloren, Traumjob dito etc.)
  4. Was hat sich gegenüber früher außer den üblichen Sachen (es gibt jetzt mehr Blogger, aber es gibt auch Facebook, Twitter, Google +, etc…) noch für dich und/oder allgemein geändert?
  5. Siehst du Vorteile von Facebook, Google plus und Twitter gegenüber Blogs? Wenn ja, wo?
  6. Gibt es geheime Projekte/Blogs/Identitäten von dir im Netz? Zur Not reicht ein Ja. Gerne darfst du auch Verrat begehen…
  7. Was inspiriert dich beim oder zum Bloggen? Musik? Stille? Caféathmosphäre? Kleine Kinder? Katzen?…
  8. Was nervt dich am Internet allgemein und/oder an der Bloggerei im Besonderen?
  9. Wie stehst du zu Kommentaren? Gibt es sie, schenkst du ihnen Beachtung, moderierst du oder nicht… etc.
  10. Wie liest du Bücher und Zeitungen am liebsten? Auf Papier oder elektronisch? Gemischt? eBook-Reader, Tablet oder Smartphone? Gerne mit Begründung.

Dinge, die man auf der IFA tun kann,…

…wenn einen der Technikkram nicht die Bohne interessiert.

  • Mehrere Runden mit dem Hall-to-Hall-Shuttle umherfahren und sich die interessanten Menschen ansehen, die zu- und aussteigen.
  • In einem unbeobachteten Moment in einer der Kochvorführungen selbst die Regie übernehmen und die vorgegebenen Zutaten kreativ zu neuen Gerichten kombinieren.
  • In den Demo-DVD-Playern FSK-18-Filme einlegen.
  • Ein T-Shirt mit einem Firmennamen besorgen, um in den Genuss des hervorragenden Caterings für die Mitarbeiter zu kommen (u. a. kochte Lafer für eine Truppe).
  • Ein T-Shirt mit dem Firmennamen besorgen und den interessierten Menschen vollkommenen Blödsinn über die Produkte erzählen.

 

Mein anderes Leben

Manche Menschen sind ja überzeugt, dass es nicht nur die eine Realität gibt, die wir gerade erleben, sondern gleichzeitig viele Paralleluniversen, in denen unsere Entscheidungen in eine andere Richtung gehen und sich daraufhin auch das Leben anschließend anders entwickelt. Es gibt auch einige Filme und immer gerne wieder TV-Serienfolgen, die thematisieren das Was wäre gewesen wenn, wie Ist das Leben nicht schön, Family Man mit Nicolas Cage sowie die Star-Trek-Next-Generation-Folge Parallelen.

Noch interessanter ist es, wenn man bereits einen Schritt in eine Richtung getan hat und anschließend einen Rückzieher macht, der unter Umständen Konsequenzen zur Folge hat. Der Klassiker sind hier die sitzengelassenen Bräute und Bräutigame auf Hochzeitsfeiern. Ich überlege mir manchmal auch, wie das Leben aussähe, wenn ich einige Dinge durchgezogen und nicht aufgegeben hätte. Die Liste umfasst keine Gedankenexperimente, sondern das „andere Leben“ habe ich schon mehr oder weniger weit gelebt. Deswegen sind sie auch weniger hochtrabend, als man vielleicht anhand der Überschrift vermuten könnte. Trotzdem finde ich interessant, was hätte sein können

Bei solchen Dingen muss ich mir wie bei den kleinen Entscheidungen, die man täglich richtig oder falsch trifft oder auch „Schickssalsereignisse“ wie Unfall oder Krankheit, immer wieder bewusst machen: meine Zeitmaschine ist kaputt. Es nützt nichts, sich darüber zu ärgern oder großartige Ausreden zu suchen.

  • Ich bin ein Architekt. Ich habe nach Abitur und Bundeswehr sowie einem Studienjahr Elektrotechnik an der Uni-GH Siegen (sozusagen ein anderes Leben in einem anderen Leben) seit 1984 bis in die Neunziger Architektur an der FH Köln studiert. Ich bin sogar recht weit gekommen, mir fehlten zum Schluss nur ein paar Prüfungen (darunter auch die entscheidende in Entwerfen). Ich bedaure jetzt noch, nicht wenigstens das zu Ende geführt zu haben, doch beruflich war ich zu der Zeit so eingespannt, dass ich die Architektur dann aufgegeben habe. Doch im Leben ist nichts umsonst: immerhin habe ich das Haus, in dem wir wohnen, selbst entworfen und den Bau überwacht.
  • Stichwort Haus: Wir besitzen ein Hosby-Haus. Das ist ein Hersteller, der sich auf Häuser im dänischen Stil spezialisiert hatte. Bei dem waren wir gelandet, während wir uns die Ausstellung von Fertigbauten in Wuppertal anschauten. Die Verkäuferin machte uns ein verlockendes Angebot: Wenn wir sofort kaufen, könnten wir noch die bessere Ausstattung erhalten, ab morgen sei es teurer. Wir unterschrieben. Anschließend besuchten wir ein solches Haus, das wir gekauft hatten. Als wir sahen, wie eng es darin war, traten wir innerhalb der entsprechenden Frist vom Kauf zurück.
  • Das Haus steht in Pulheim. Wir wollten immer schon mal bauen und waren durch Zufall an ein günstiges Baugrundstück in einer Einfamilienhaussiedlung in Pulheim geraten. Das kauften wir und besaßen es einige Jahre. Allerdings befand sich über dem Grundstück eine Starkstromleitung, und die Nachbarschaft erwies sich auch als unfreundlich, als wir dort einige Male aufkreuzten, um nach dem Rechten zu sehen. Zum Glück konnten wir es mit etwas Gewinn wieder verkaufen, als uns angeboten wurde, unser jetziges Haus auf dem Grundstück meiner Schwiegereltern hinzustellen.

Dann gibt es noch verschiedene kleinere Dinge, wo wir einen Rückzieher machten, wie etwa die Reise, die wir nicht antraten, weil das Hinterland von Belgien doch nicht so der Bringer in punkto Erholung zu sein schien oder die Heizung, die uns ein redseliger Verkäufer in einer schwachen Stunde aufschwatzte (und die wir auch innerhalb der Frist stornierten).

Es gehört häufig mehr Mut dazu, eine Entscheidung zu ändern als ihr treu zu bleiben.

Du musst dir selbst genug sein

Ich bin selbst mein bester Kunde. Zumindest, was die Autorentätigkeit betrifft. Ich lese meine Texte auch nach Jahren immer wieder gerne und erinnere mich häufig genau an die Umstände, unter denen sie entstanden sind.

Ich glaube, dass es ganz wichtig ist, dass wir unsere Arbeit vor allem und zuerst für uns selbst tun. Ich muss in meinem Publikum sitzen und der sein, der als erstes und am lautesten applaudiert. Virtuell gesprochen natürlich. Dann wird das Ergebnis so gut, dass andere es gut finden, zerreißen, ignorieren können oder was auch immer. Ich bin damit zufrieden, und es ist gut so. Das ist mein Maßstab. Nicht nur für Blogeinträge.