Das Zauberwort heißt sofort

Der Arbeitsplatz der Zukunft zeichnet sich dadurch aus, dass er bisherigen Konventionen nicht mehr folgt, sondern so individuell ist wie die Menschen, die ihn benutzen. Und dass nicht die Arbeitsmittel und Ressourcen wichtig sind, sondern Inhalte und Ergebnisse.

Ob ich also mein Tagewerk in einer klassischen Nine-to-Five-Umgebung einer Firma oder zuhause erledige, ob ich zuhause mich den gleichen Konventionen unterwerfe, es zählt nur, was am Ende herauskommt.

Und dass ich so schnell wie möglich fertig werde. Denn ob Arbeitgeber (angestellt) oder Auftraggeber (selbstständig): jeder möchte von mir möglichst alles auf einmal und sofort haben.

Hat man als Selbstständiger beispielsweise mehrere Kunden, kommt man sich vor wie mit einer Horde Kindern im Bus: Jeder möchte vorne sitzen. Die Kunst besteht dann darin, alle zeitlich zufrieden zustellen. Das ist die eigentliche Herausforderung.

Pünktlichkeit und Schnelligkeit schlagen Qualität. Letztere ist natürlich auch wichtig. Aber wer möglichst „zeitnah“ (ich liebe dieses Wort) seine Aufgaben erledigt, hat schon mehr als die halbe Miete eingefahren.

<tl;dnr> Timing ist keine Stadt in China.

Unendliche Geduld

…bringt sofortige Resultate. Dieser Spruch stammt von Wayne Dyer.

Wenn ich in einem Bewerbungsgespräch nach meinen Stärken gefragt würde, wäre „unendliche Geduld“ eine mögliche Antwort. Das Problem ist nur, und jeder Mathematiker wird mir hier beipflichten: die Zahl unendlich gibt es nicht.

Irgendwann ist auch meine Geduld zu ende. Und im Gegensatz zu Cholerikern, bei denen man weiß, wie sie reagieren, weil man es schon oft erlebt hat, ist der Ausbruch eines unendlich Geduldigen nicht vorhersehbar, weder in der Art noch in der Wirkung. Das hat dann zur Folge, dass sehr viel mehr passieren kann.

Zum Glück gibt es noch einen anderen Spruch, den ich zuletzt auf einem Poetry Slam hörte und der ab sofort die Unendlichkeit ersetzen wird in meinem nichtendenwollenden Repertoire aufbauender Wortkombinationen:

Geduld fängt dann an, wenn du glaubst, du hast keine mehr.

Vorsätze für 2014

Meine Vorsätze lassen sich mit einem (Halb-)Satz zusammenfassen: weniger F, mehr B.

Weniger Facebook, mehr Bloggen.
Weniger Fressen, mehr Bewegung.
Weniger Fleisch, mehr Beilagen.
Weniger „Fuck!“, mehr „Booah!“.
Weniger Fastfood, mehr bewusster Genuss.
Weniger fragen, mehr beantworten.

Mehr Fahrrad, weniger Bus.
Mehr Freude, weniger beleidigt sein.

 

Billig und eine Überraschung

Bald ist der Spuk wieder vorbei, der Kerzenrauch hat sich gelegt, und übrig bleiben viele Menschen mit noch mehr Geschenken. Wobei nicht jeder wirklich glücklich damit ist. Warum eigentlich? Weil keiner mehr das Schenken ernst nimmt. Es gibt mehrere Ebenen des Schenkens.

In der untersten gibt es kein Geschenk. Meine Eltern sagten früher, wenn wir fragten, was es zu Weihnachten gibt: „Nix. Das ist billig und eine Überraschung.“ (wobei letzteres Argument damit schon hinfällig war). Tatsächlich schenken viele Menschen anderen gar nichts, weil sie doch nix passendes gefunden hätten, kein Geld da sei – die Liste der Entschuldigungen ist so lang wie die, warum man zu spät zur Arbeit kommt.

Die zweite Ebene ist das Geldgeschenk. Damit gibt man dem anderen wenigstens etwas, ohne die Verpflichtung, sich über das Geschenk an sich Gedanken machen zu müssen. Andererseits wünschen sich viele Menschen auch Geld, damit sie sich nicht etwas bekommen, was sie nachher gar nicht wollen.

Nur knapp über dem Geldgeschenk residiert der Gutschein. Er gibt vor, dass man sich Gedanken gemacht habe, sagt aber: ich habe eine leise Ahnung, was du magst, aber es ist einfacher, wenn du dir das dann selbst aussuchst. Wenn es sich um eine nicht gegen Geld tauschbare Variante handelt, gewährleistet er auch, dass der Beschenkte sich nicht etwas holt, womit der Schenker nicht einverstanden wäre.

Einen soliden Mittelplatz (und leider nicht die Spitze, wie man annehmen könnte) sichert sich das Wunschgeschenk. Vor Weihnachten wird man gefragt, was man gerne hätte. Das Wunschgeschenk gibt es in drei Varianten:

  • Man sagt, was man will, darf es sich dann aber selbst vorher kaufen (bezahlen muss man natürlich nicht). Das befreit den Schenker von jeder Mühe.
  • Es gibt eine genaue Vorgabe mit Typenname und Art. Birgt das Risiko, dass es das Geschenk so nicht gab. Dann bekommt man doch etwas anderes oder die Kaffeemaschine in pink statt in schwarz.
  • Etwas besser: Es wird nur die Richtung vorgegeben, aber der Schenker muss es selbst aussuchen. So hat man allerdings leider das Risiko, doch nicht das zu bekommen, was man wollte.

Am besten ist immer noch das Geschenk ohne Fragen. Das richtige zu finden ist natürlich umso schwieriger, je seltener man Kontakt hat – doch unmöglich ist es nicht. Es macht auch den meisten Spaß herauszufinden, was eventuell passen könnte.

Stichwort: eventuell kommt dabei etwas auf den Gabentisch, was vollkommen daneben liegt, aber immerhin wurde sich Gedanken gemacht. Hoffentlich. Denn es gibt auch die Variante, bei der die Gedanken vollkommen daneben liegen, und das schon seit Jahren.

An höchster Stelle residiert das Selbstgeschenk. Man gönnt sich etwas, das man sich das Jahr über normalerweise nicht leisten würde. Das funktioniert natürlich nur, wenn man nicht ständig seinen Kaufgelüsten nachgibt.

Einen Tipp noch für Beschenkte: Nicht bewerten. Freuen Sie sich über egal was Sie bekommen. Es ist nur ein Geschenk. Genießen Sie die gemeinsame Zeit. Wer sich über Geschenke ärgert, vergeudet Lebensenergie.

Langeweile

Kinder klagen besonders häufig darüber: die Langeweile. Doch was ist das? Ich kenne es nicht. Egal wo ich bin und warten muss: Es macht mir nichts aus. Und ich habe zwar manchmal ein Buch dabei oder lese in meinem iPhone in den diversen Socialmedia-Apps, doch nicht immer. Ich finde längere Zeiten, in denen nichts passiert, angenehm, als würde das Leben Luft holen. Und ich rede hier nicht nur von fünf Minuten. Die kann auch der größte Hektiker überbrücken.

Aber sitzen wir im Restaurant und der Kellner kommt nicht, oder der Bus ignoriert den an der Haltestelle ausgehangenen Fahrplan: was soll es?