Erfolgsjournal 1/2-2017

Unter dem Motto „Was gut war“ berichten inzwischen immer mehr Blogger davon, wie es ihnen ergangen ist in der vergangenen Zeit. Das will ich auch tun, nicht zuletzt weil ein bekannter Erfolgsguru darauf schwört, dass es einen in sieben Jahren zum Millionär führt (leider nicht allein das…).

Seit Anfang des Jahres bin ich wieder glücklicher iPhone-6-Besitzer, diesmal in der Plus-Version und mit dem s hintendran – die 50%-Aktion der Telekom ließ mich günstig zuschlagen, auch außerhalb des Vertragsendes, denn ich brauchte sowieso eine Familienkarte. Ein zwischenzeitlich für drei Monate benutztes Samsung war zwar ganz nett, doch die Kamera darin war um Klassen schlechter, und ich merkte, wie sehr ich zwischendurch gute Bilder brauchte. Mit dem größeren Format lässt sich auch besser lesen, denn die Augen werden nicht besser…

Am letzten Wochenende hatte ich einen Vortrag, eine Powerpoint-Präsentation zum Thema Biometrie mit zugehörigem Fachbeitrag, der noch bewertet wird. Wenn das in trockenen Tüchern ist und alle Beteiligten einverstanden sind, werde ich hier noch den Link nachliefern bzw. es vielleicht sogar online stellen. Die Präsentation hat dem Fachpublikum jedenfalls sehr gut gefallen.

Immer wieder berichten Anwender von Problemen mit der Internetverbindung – der Router ist zwar online, doch Windows 10 meldet kein Internetzugang. Eine Fehlersuche durch Windows meldet nicht behobene IP-Verbindung. Die Lösung hierfür lautete: Ich musste den Treiber für die WLAN-Hardware im Gerätemanager deinstallieren und den PC neu starten. Dann installiert er den Treiber neu und stellt die Verbindung wieder her – und schon klappts auch mit dem Internet. Einen wirklichen Grund habe ich so aber nicht gefunden – doch immerhin drei Kunden seit Jahresbeginn helfen können.

Jahresbilanz 2016

Da gibt es schon drei – wer es wirklich wissen möchte: 20152014, 2013

Zugenommen oder abgenommen?

Es ging runter, und zwar zum Ende ordentlich (Stand aktuell: minus 3,8 kg), mehr Details siehe Website vom Gruppenabnehmen.

Haare länger oder kürzer?

Neuer Haarschneider, kurze Matte wie immer.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Keine große Änderung festgestellt.

Mehr Kohle oder weniger?

Mehr und weniger – mehr weil der Lehrerjob sich ausweitete, weniger, weil ein wichtiger Auftraggeber wegfiel.

Mehr ausgegeben oder weniger?

Eher weniger – weil Kinder ausgezogen sind und der Handyvertrag sich fast halbierte.

Mehr bewegt oder weniger?

Mehr, weil ich regelmäßig(er) ins Fitnessstudio ging.

Der hirnrissigste Plan?

Ohne Vorbereitung klappt das schon.

Die gefährlichste Unternehmung?

Ich lebe so ungefährlich, man könnte es fast spießig nennen.

Die teuerste Anschaffung?

Am Anfang des Jahres ein neuer PC plus großem Monitor. Und ein neues Auto (das zum Glück durch den guten Verkauf des alten nicht so teuer wurde). Himmel, ist das aufregend, was?

Das leckerste Essen?

Steak auf der Weihnachtsfeier unseres kleinen Familienunternehmens.

Das beeindruckendste Buch?

Mario Adorf: Himmel und Erde (ich mag Biografien, die von Günter Jauch war aber abtörnend).

Der ergreifendste Film?

Die Reportage über den Autor von Move on up.

Das beste Lied?

Das schönste Konzert?

Kein Live-Konzert dieses Jahr (siehe oben bei gefährliche Unternehmung).

Die meiste Zeit verbracht mit…?

Verstehen.

Die schönste Zeit verbracht mit…?

Nach wie vor: der Familie.

Vorherrschendes Gefühl 2016?

Ungewissheit.

2016 zum ersten Mal getan?

Handy im September gewechselt von iPhone zu Samsung mit Android (und Ende des Jahres zurück zum iPhone…)

2016 nach langer Zeit wieder?

Tanzschuhe gekauft, die werden heute abend eingesetzt!

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Insolvenz meines Hauptauftragsgebers. Brexit & Donald Trump (das ist für mich eins). Aufruhr in Köln (Anfang) und Terror in Berlin (Ende).

Die wichtigste Sache, von der ich jemand überzeugen wollte?

Das höhere Honorar ist wirklich gerechtfertigt.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Aufmerksamkeit.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Im Februar Rückkehr zum Job, den man mir im November 2015 genommen hatte, plus erweiterter Einsatz ab August.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Das hätte ich nie gedacht, dass es so viel Spaß macht.“

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

„Es spielt alles keine Rolle.“

2016 war mit einem Wort…?

Hochspannung ohne Blitzableiter.

10 Erkenntnisse von der #rpTEN

  1. Auf einer solchen Veranstaltung geht es für mich immer um zwei Dinge: Menschen und Inhalte. Und zwar genau in dieser Reihenfolge.
  2. Viele verstehen die re:publica nicht, wenn ich so eine Frage noch bei der zehnten Auflage lesen muss.
  3. Ich verstehe die re:publica bestimmt auch nicht. Manchmal kam ich mir vor wie ein Veganer auf einem Kongress der Viehbarone.
  4. Beispiel: Der Jugendliche, der „Erwachsenen“ Snapchat erklären sollte, hat mich dazu gebracht, vorerst die Finger davon zu lassen.
  5. Ich habe selten eine so perfekte Organisation erlebt, wo bis ins kleinste Detail alles stimmte. CI bis zum Toilettenschild. Viele, leise, freundliche und effektive Helfer. Da kann sich sogar die CeBIT eine Scheibe von abschneiden.
  6. VR ist das Kino der Zukunft, aber erst wenn die Technik besser wird und Menschen sich daran gewöhnt haben. Beim VR-Experiment Doghouse sahen fünf Personen, darunter auch ich, einen Film aus der Perspektive je Mitglieds einer Familie bzw. der Freundin bei einem gemeinsamen Abendessen mit zum Teil problematischem Verlauf. Das Erlebnis war beeindruckend. Ich habe jedoch die Szenen nur verschwommen sehen können (vielleicht wegen meiner Weitsichtigkeit), und anderen aus unserer Gruppe wurde sogar schlecht. Außerdem habe ich eine Ahnung, wie sich Stevie Wonder fühlen muss, wenn man unbemerkt fotografiert und das Bild veröffentlicht wird, ohne zu fragen (das Bild kann gerne bleiben, ich hab nichts dagegen).
  7. Mit aussagekräftigem T-Shirt ist man auf der Veranstaltung genau richtig gekleidet, auf der anschließenden Party bei der hippen PR-Butze aber sowas von nicht.
  8. Während die Ambitionen der großen Sessions häufig verpuffen (die Sketchnotes z. B. waren für mich nicht erhellend, geradezu banal), fand ich unter den kleinen Nebenveranstaltungen einige Perlen (z. B. der Praxis-Workshop Arduino oder die Session zu Amateurfunk).
  9. Bei den Menschenmassen musste ich erst einmal durchatmen, das ist man als Soloworker, der nicht auf viele solcher Veranstaltungen geht, nicht gewohnt, und dann frage ich mich: wie passen die alle in die vielen zum Teil kleinen Säle. Sit-Ins waren denn auch normal.
  10. Was für eine tolle Gemeinschaft unser Techniktagebuchteam doch ist. Note to self: beim nächsten Mal noch später zurückfliegen, damit man – wenn unsere Session so spät liegt – trotzdem dabei sein und mitmachen kann.

Arduino-Workshop auf der rpTEN rpten3 rpten4

Credo

Ich glaube
An das Licht in der Finsternis
An Trost in Krankheit
An Linderung im Schmerz
An Nähe in der Einsamkeit
An Klarheit trotz der Sucht
An die Harmonie des Chaos
Dass die Irren Recht haben
Dass die Zartherzigen siegen

Ich glaube
An den Aufstand gegen die Verhältnisse
An Versöhnung im Streit
An Gerechtigkeit die heilt
An Vergebung die die Vergebenden tröstet
An immer neues Vertrauen
Dass Grenzen fallen
und wir einander neu Heimat finden lassen

Ich glaube
An Gottes Anwesenheit
verborgen, unerkannt
in der Ohnmacht mächtig
an innige Gemeinschaft von oben und unten
von denen am Rand und denen an der Macht
die Schwachen in der Mitte
die Kinder auf dem Ehrenplatz
den Stummen das Wort
den Lahmen der Tanz

Ich glaube
An das Aufstehn mitten im Tod
An das Wunder neuen Lebens in dieser Welt
Und an die Herrlichkeit des ewigen Festsaals!

Amen

Quelle: Ilka Sobottke, Citykirche Konkordien, Mannheim 2016

aus dem TV-Gottesdienst in der ARD zu Karfreitag

Jahresendfragebogen 2015

Da gibt es schon zwei – für Interessierte: 2014, 2013

Zugenommen oder abgenommen?

Mehr, trotz 2x Teilnahme am Gruppenabnehmen. Aller guten Dinge sind da hoffentlich drei.

Haare länger oder kürzer?

So kurz wie nie zuvor.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Ich muss tatsächlich öfter als früher meine Lesebrille aufziehen.

Mehr Kohle oder weniger?

Tendenz gleichbleibend (zurzeit wenigstens nicht abwärts).

Mehr ausgegeben oder weniger?

Anfangs gleich, zum Ende sogar weniger.

Mehr bewegt oder weniger?

Weniger, das hat auch das Ergebnis von Frage 1 beeinflusst.

Der hirnrissigste Plan?

Es allen recht machen zu wollen. Am Ende verloren, zum Glück nur teilweise.

Die gefährlichste Unternehmung?

In diesem Jahr war es weitgehend ungefährlich.

Die teuerste Anschaffung?

Ein neues Tablet-Notebook für 400 Euro. Oh, und ein neuer Kat fürs Auto, der gleich doppelt so teuer war.

Das leckerste Essen?

Pommes Frites mit Chili-Käse-Soße bei KFC (ernsthaft – manchmal braucht man sowas einfach).

Das beeindruckendste Buch?

Das Telefonbuch (ernsthaft – es bewahrt trotzig seine Existenz).

Der ergreifendste Film?

Na was wohl. Star Wars – The Force awakens. In meinem Düsseldorfer Lieblingskino, mit 3D und in Originalversion.

Das beste Lied?

Somewhere over the rainbow

Das schönste Konzert?

Die Tango-Show vom 3. Januar. Das war nicht schwer, denn ich hab kein anderes besucht (es war wirklich schön).

Die meiste Zeit verbracht mit…?

Lernen.

Die schönste Zeit verbracht mit…?

Immer noch: der Familie.

Vorherrschendes Gefühl 2015?

Das Ende ist in Sicht!

2015 zum ersten Mal getan?

Auf die Re-Publica gefahren.

2015 nach langer Zeit wieder getan?

Gebloggt. Für eine richtige Zeitung geschrieben.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Kündigung einer Arbeit, in der mein Herzblut steckte. Auto kommt nicht durch TÜV (siehe auch Anschaffungs-Frage). Die verlorene Lehrstelle meiner Tochter.

Die wichtigste Sache, von der ich jemand überzeugen wollte?

Noch ein Jahr, dann ist es vorbei.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

O

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Nach wie vor Vertrauen in meine Fähigkeiten (allerdings andere als im letzten Jahr).

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Durch Sie habe ich das so gut verstanden, dass ich es sogar anderen zeigen konnte.“

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

„Noch ein Jahr, dann ist es vorbei.“

2015 war mit einem Wort…?

Silber (damit ist schon klar, was nächstes Jahr wird).

Sport ist Mord (IV)

Ich habe ja schon – die älteren werden sich vielleicht erinnern – früher über meine Sportbegeisterung geschrieben. Jetzt kommt das Thema wieder hoch, weil eine Mutter eine Petition zur Abschaffung der Bundesjugendspiele ins Leben gerufen hat. Und der übliche Shitstorm fegt über Sie hinweg, gefolgt von einem Soapstorm.

Ich kann mich nicht mal erinnern, eine Teilnahmeurkunde bekommen zu haben. Aber als ich soweit war, daran teilnehmen zu müssen, war mir das sowieso egal, weil es auch meinen Eltern und den mir wichtigen Freunden egal war.

In der 5 und 6 (damals noch Sexta/Quinta) hatten wir einen scharfen Hund als Sportlehrer, der mir regelmäßig eine 5 verpasste, weil ich den Leistungsanforderungen nicht genügte. Da konnten die Bundesjugendspiele auch nichts mehr verderben.

Ich habe weder ein Trauma davon behalten noch sonstige bleibende Schäden. Außer einer soliden Ablehnung von Stress im Sport.

Insofern finde ich die Abschaffung gut, wenn das gesparte Geld in sinnvollere Förderungen gesteckt wird. Wie wäre es mit mehr Computer-Unterricht? (oho! nächstes Wespennest…)

Hydra-Instrument

Unter den Methoden, die zur Bewältigung der Dinge, die man tun muss, empfohlen werden, steht eine simple Aufzählung dieser Dinge auf einem Blatt Papier ganz weit oben.

Ich nenne sie in Abwandlung ihres eigentlichen Namens „TADA“-Liste, und sie hat bei mir zu Beginn eines Tages sagen wir sieben bis zehn Einträge.

Manchen Menschen hilft sowas ungemein. Diszipliniert und mit geradem Blick arbeiten Sie Punkt für Punkt ab und streichen ihn durch oder machen einen Haken in das aus Wingdings extra als Aufzählungszeichen ausgesuchte Quadrat.

Es ist ja auch schön, Dinge zu erledigen, vor allem wenn sie wichtig sind. Doch ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich das nicht immer eindeutig festlegen lässt. Ein großer Management-Guru empfahl, immer zwei Dinge zu nehmen und sich zu fragen, was man machen würde, wenn man nur eine Sache erledigen könne. Das habe dann eine höhere Priorität.

Schön. Wenn sich das eindeutig bestimmen lässt. Aber manche Tasks sind wie Kinder im Bus: jeder will vorne sitzen und macht so viel Geschrei, dass es fast unmöglich ist, eine Entscheidung zu treffen.

Was aber viel schlimmer ist: diese Liste ist niemals zu Ende, und das kann einen fast in den Wahnsinn treiben. Häufig schafft man aus einem Potpourri von zehn Einträgen vielleicht zwei bis drei, dafür kommen aber im Laufe des Tages mindestens noch fünf neue hinzu. Davon schafft man auch welche, aber insgesamt bleibt der Arbeitsberg gleich hoch und breit und wird selten kleiner.

1989

Für ein Facebook-Mem hat mich Jörg Kantel gebeten, etwas zu mir im Jahr 1989 zu schreiben.

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Das müsste aus dieser Zeit stammen. Die Matte an der Unterkante ist ein Bart, jawohl.

1989 ist gerade in diesen Tagen das Jahr der Grenzöffnung, des „Mauerfalls“. Mit der DDR hatte ich selbst nicht viel am Hut, und deswegen war die Angelegenheit auch weniger emotional als bei Menschen, die Freunde oder Verwandte in der DDR hatten. Meine beiden Berührungspunkte waren eine Klassenfahrt an die „Zonengrenze“ nach Hof in der neunten Klasse sowie die Bundeswehrzeit, bei der die DDR Teil eines möglichen Gegners im „V-Fall“ gewesen wäre (zum Glück bis jetzt nur Konjunktiv). Die Öffnung der Mauer ist deswegen als Nachrichtenereignis an mir vorüber gegangen, ohne dass ich mich an Zeit und Ort meiner Existenz erinnern könnte.

1989 war ich im zweiten Jahr meiner Tätigkeit als Redakteur bei der Data Welt, die in PC Praxis umgenannt worden war. Ich betreute damals den Bereich „Tipps und Tricks“, was im Prinzip Dompteur für die verschiedenen freien Autoren zu sein bedeutete. Ich brachte mich selbst außer für den einen oder anderen selbst geschriebenen Artikel nicht groß in die Zeitschrift ein, und der Service-Bereich war zwar gerade in der PC Praxis recht umfangreich, doch nicht das, was prominent an erster Stelle auf dem Cover stand und Verkaufszahlen brachte.

Dennoch hatte die PC Praxis nach und nach Erfolg und konnte irgendwann sogar die als magisch geltende 200.000-verkaufte-Auflage-Grenze knacken. In 1989 aber noch lange nicht. In diesem Jahr wurde aus der Data Welt erst einmal die PC Praxis.

In diesem Jahr wirkte ich auch an meinem ersten Buch mit, dem Atari ST-Druckerbuch. Über meine Buchautortätigkeit erzähle ich noch mal extra.

In meinem Leben war ich gerade vier Jahre verheiratet, und wir überlegten uns, ob wir nicht ein Kind aus dem Ausland adoptieren sollten. Dass das anschließend fünf Jahre dauern würde, hätten wir uns im Traum auch nicht ausgedacht.

Und noch eine größere Aktion nahm ihren Anfang: wo ich mein Architektur-Studium schon nicht für einen vernünftigen Beruf nutzen konnte, entwarf ich mein eigenes Haus auf dem Grundstück meiner Schwiegereltern. Da im Hinterland bauen immer schwierig ist, mussten wir erst durch eine Bauvoranfrage.

Der tägliche Kampf

Beobachtungen als Teilnehmer am Straßenverkehr.

  • Das Durchfahren einer gerade auf rot umgeschalteten Ampel gehört schon zur Gewohnheit, die überall praktiziert wird. Jedes Mal.
  • Fahrstreifenwechsel sind nicht erlaubt, solange auf der anderen Spur auch einer fährt. Denn der müsste ja abbremsen und einen herüberlassen. Geht garnicht.
  • Ein Kreisverkehr ist eine feine Sache, weil der Verkehr flüssiger fließt als mit einer Ampel. Und er ist eine komfortable Möglichkeit, auf einer Straße zu wenden. Versuchen Sie das mal sonst auf einer befahrenen Straße. Keine Chance.
  • Andererseits kann man auf einer Straße, auf der Autos aus einem Kreisverkehr heraus kommend fahren, kaum links abbiegen, weil sie einen ständigen Verkehrsfluss ohne Lücke bilden. Bei einer Ampel böte sich diese Lücke zwangsweise, wenn die Teilnehmer rot hätten. Denn anhalten, um einen hereinzulassen – woher denn?
  • Viele Einrichtungen an einem Auto sind noch Überbleibsel aus einer Zeit, da die Teilnehmer etwas rücksichtsvoller fuhren und sich an die Verkehrsregeln hielten. So zum Beispiel der Blinker. Der wird heute höchstens noch zum Abbiegen eingesetzt, aber nicht beim Vorbeifahren oder gar, wenn man rechts ran fährt um anzuhalten.
  • Die Strafe für das Telefonieren während der Fahrt wurde jüngst auf 60 Euro angehoben. Ich befürchte, das wird ebensowenig nützen, denn ich sehe sehr häufig Menschen, die sich einfach nicht daran halten. Mein Vorschlag wäre ja, bei einem solchen Vergehen das Handy endgültig einzuziehen und noch vor Ort zu vernichten.

Draußenspieler

Zurzeit lockt die Natur mal wieder mit dem Anschein schönen Wetters: die Sonne scheint, der Himmel ist weitgehend blau, nur ab und zu regnet es. Das sorgt wieder allerorten für die Aufrufe: An die frische Luft! Raus ins Grüne! Doch ich kann dem Ruf leider nicht unbedingt folgen.

Das scheint eine aus der Kindheit überkommene Gewohnheit zu sein. Wir hatten keinen Garten und einen Balkon, der mit seinen Maßen und dem Ausblick auf einen tristen Innenhof nicht einmal ansatzweise dazu einlud, sich auf ihm aufzuhalten. Im Gegensatz zu meinen Kindern und ihren Freunden war ich trotzdem noch sehr oft draußen. Ich hielt mich aber gerne in meinem Zimmer auf.

Und heute? Ich liebe die Natur, bin gerne draußen. Aber auf meine Art. Ich kann dem Liegen, Lesen und Picknicken auf der Wiese nichts abgewinnen, setze mich lieber auf eine Bank auf einer Terrasse. Ich gehe gerne durch den Wald, aber ich mag auch genauso gerne auf befestigten Straßen unterwegs sein.

Und vor allem mag ich mir gerne selbst aussuchen, wo ich mich aufhalte. So wie ich mir gerne selbst aussuche, was und wie ich esse, fernsehe, lese, höre… Wer das nicht versteht, kann ja draußen spielen gehen.