Der Ton und die Musik

Dank Internet, Websites, Blogs und neuerdings Social Media-Diensten twitter, Facebook etc. kann man seine Meinung äußern und auf vielfältige Art und Weise mit einander kommunizieren. Von Kindesbeinen an. Mit dem Computer – und dann kommt noch der Gedankentausch per SMS dazu.

Internet und Handyzugang sind schon für einen Zehner als Flatrate zu haben, und diese Maßlosigkeit hat ungeahnte Auswirkungen. Kinder, die bis zu 1000 SMS in einer Woche absetzen, sind keine Seltenheit. Dass dabei andere wichtige Tätigkeiten in den Hintergrund treten, will ich hier gar nicht thematisieren. Mir geht es mehr um die Wirkung.

Tatsächlich haben schon die Schulkinder ihre eigenen Facebook-Accounts und nutzen diese wie wild. Im wahrsten Sinn des Wortes, denn sie können die Macht des geschriebenen Wortes nicht immer einschätzen. Eine gepostete Behauptung, eine unbedachte Äußerung in Schriftform ist deutlich schärfer als das, was jemand dem anderen akustisch an den Kopf wirft – vor allem in den genannten Kreisen, wo das „Auditorium“ (bzw. Visutorium) ja deutlich größer ist.

Dazu kommt dann noch die Befindlichkeit der Menschen. Wer schon bei einem bösen Blick beleidigt ist, wird in die Zeilen hineinlesen, was dort nicht steht und dann umso mehr auf die Palme gehen. Freundschaften können brechen, Beziehungen auseinandergehen. Dass etwas „nicht so gemeint“ war, fällt nicht mehr ins Gewicht. Ist der Text veröffentlicht, gibt es kein Zurück mehr.

Ja, warum bringt man den Kindern dann nicht den gefühlvollen Umgang mit diesem Medium bei? Weil sie sich nicht über die Schulter blicken lassen. Ich möchte die Eltern sehen, deren Kinder einen die SMS lesen lassen oder Einblick in die Facebook-Kommunikation gewähren. Alle „verantwortungsvolle-Internet-Nutzung“-Theorien sind eben nur das.

Eine Lösung für das Problem sehe ich derzeit nicht. Die maßlose Möglichkeit, Internet und Facebook jederzeit und überall zu nutzen, hat alle Dämme brechen lassen. Sind Grenzen erst einmal beseitigt, dann kann man sie auch nicht wieder aufrichten, ohne einen triftigen Grund zu nennen.