R.I.P., Bajo

Gestern ist unser Hund Bajo mit nur elf Jahren unerwartet gestorben. Am Tag zuvor hatte er sich übergeben und dabei heftig getaumelt. Ein Besuch beim Tierarzt ergab jedoch keinen Schlaganfall, sondern nur schlechte Leberwerte. Eine Spritze, der mehrere hätten folgen sollen, sollte das heilen. Doch in der Nacht keuchte der Hund stark. Ich dachte, er müsse raus und ging mit ihm vor die Tür. Dort wollte er sich erst auf den Rasen legen, dann in ein Gestrüpp. Als ich ihn ins Haus zurück beförderte, fiel er auf die Seite und stand nicht wieder auf.

Bajo kam Weihnachten 2003 zu uns über das virtuelle Tierheim des WDR. Er sollte im April 2002 geboren sein und seine ersten Jahre in Spanien als Straßenhund verlebt haben. Das merkte man an seinem Verhalten.

Zum Beispiel der Freiheitsdrang: Bereits auf der Pflegestelle war er für eine Woche ausgebüchst und nur mit Mühe wieder einzufangen. Man warnte uns eindringlich davor, in frei laufen zu lassen. Bei uns ist er jedoch nie fortgelaufen, als wir ihn nach der Eingewöhnungzeit frei laufen ließen, nicht während der Spaziergänge und auch nicht aus unserem Haus. Er konnte jedoch etwas, was ich den Houdini-Trick nannte: sich rückwärts gehend aus seinem Geschirr befreien.

Seine Ernährungsgewohnheiten waren etwas ungewöhnlich. Er mochte normales Hundefutter und war nie arg verfressen. Knochen waren jedoch nicht so sein Ding. Dagegen liebte er Nudeln über alles und nahm sich auch schon mal eine Pizza. Stichwort klauen: zwar räuberte er nicht im Mülleimer, doch er leckte gerne unbeobachtet das Geschirr in der offenstehenden Spülmaschine ab. Wenn man einen Teller zu tief hinstellte oder etwas falsch hielt, fasste er das als Einladung zum Fressen auf und bediente sich gerne.

Bajo musste mit Katzen sozialisiert worden sein: er schnurrte fast, wenn man ihm über die Nase streichelte und schmiegte sein Hinterteil an einen, wenn er gekrault werden wollte. Er liebte die Sonne und legte sich immer nur dorthin, wo sie auch auf den Boden schien (er fand immer den perfekten „Hotspot“). Er hatte zwei Stofftiere, die er liebte und überall mit hinnahm: einen Stoffknochen („Fiepfiep“) und den einäugigen Willi (unten im Bild).

Doch er hasste Krach sowie Wasser, vor beidem hatte er eine fast panische Angst. In einem Jahr wurde er fast wahnsinnig, als ich mit ihm auf ein Volksfest mit Feuerwerk ging. Seitdem mieden wir diese Festivitäten. Er war nicht wie andere Hunde verspielt und nicht dazu zu bringen, etwa ein Stöckchen zu uns zurück zu bringen. Bajo war außerdem ein guter Wächter.

Bajo war unglaublich treu und anhänglich, niemals bösartig. Hasta la vista, hombre.