Ich glotz TV

Wer schon einmal Mangel an etwas leiden musste, kennt vielleicht den Effekt: wenn es dann (wieder) da ist, konsumiert man es bis zum Exzess. Mir ging das so mit Fernsehen. Bis zu meinem neunten Lebensjahr hatten wir gar kein Fernsehen, danach nur schwarzweiß, erst später bunt.

Als ich dann eine eigene Wohnung und ein eigenes Gerät hatte, war unsere Bleibe die erste, die an das „Kabel-Fernsehen“ angeschlossen war. Wir konnten schon damals private Sender gucken, die niemand sonst zu sehen bekam. In meiner Blütezeit hatte ich Kabel- und Satellitenanschluss, ein Premiere-Abo und über eine bezahlte Sky-Karte aus GB sogar sämtliche englischen Pay-TV-Sender (allerdings hauptsächlich, um bei Sky One die Star-Trek-Serien im Original sehen zu können).

Inzwischen bin ich wieder bei Digital-Kabelanschluss mit Grundprogramm sowie den „Highlights“, dazu gehören die Sender 13th Street, Fox, TNT Film/Serie und noch ein paar Dokusender und Pay-Ableger unserer Privatsender (Kabel 1 Classics, RTL Crime). Hier werden zum Teil Serien ausgestrahlt, die man im Normalprogramm gar nicht oder nur verspätet sieht, zudem lässt sich der Ton meist auf Original umschalten.

Ich bin ein bekennender TV-Junkie. Was ich aber überhaupt nicht ertrage, ist das Tagesprogramm auf den Sendern. Wenn ich schon mal bei Kunden Fernseher einstellen muss, krieg ich immer die Pocken, wenn die seichten Serien und Magazine laufen. Aber auf TV verzichten möchte ich nicht, und ich glaube auch nicht, dass mir maxdome, Apple TV und Youtube allein die gleiche Informationsfülle bieten könnten.

Die Sache mit der E-Mail

Als Reaktion auf meinen Beitrag zum Thema Telefon kamen Antworten, die sich für die E-Mail stark machten. Ich bin auch ein Fan von elektronischer Post, keine Frage. Doch leider hat dieses System seine Tücken. Von dem mangelhaften Umgang mit Mails rede ich hier noch nicht einmal.

Ganz klare Vorteile von E-Mails sind: Im Idealfall ist die Antwort wohlüberlegt und ausführlicher als am Telefon, und für jemand, der über die Reaktion schreiben muss, bietet sie den Vorteil der einfachen Zitierbarkeit (Sie wissen schon, String-A, String-V, String-C) (ja, ich weiß, man sagt nicht String).

Leider habe ich schon häufig erlebt, das für mich wichtige Anfragen in einem „schwarzen Loch“ verschwinden. Der angeschriebene Kommunikationspartner reagiert nicht. Nun gibt es vielfältige Möglichkeiten, warum das so ist und ich könnte ja auch telefonisch nachfragen. Doch das erweist sich häufig als noch schwieriger als die telefonische Nachfrage. Auch ein mehrfaches Absenden hilft selten weiter.

Immerhin behelfe ich mir, indem ich alles peinlich genau archiviere. Ein „Sie haben mir nix geschickt“ kann ich durch Datum und Uhrzeit meist widerlegen.

Die schiere Menge an elektronischer Post – wobei ich gar nicht über Spam weinen möchte, dessen entledigen mein Provider und Outlook mich eigentlich relativ zuverlässig – führt dazu, dass wirklich wichtige Post nicht immer auffällt. Denn selbst das Wichtig oder die entsprechenden Kennzeichen werden selten sinnvoll angewendet.

Aber wir reden hier nur über Werkzeuge. Wichtig ist bei effektiver Kommunikation: am Ball bleiben, nachfragen, das Austrocknen des Flusses gar nicht erst zulassen. Und das auf den Wegen, die man mit den jeweiligen Partner üblicherweise benutzt. Ich habe Kunden, mit denen maile ich nur, andere Kontakte laufen fast ausschließlich per Telefon (bis auf die Materiallieferung). Es liegt an mir, ob etwas funktioniert oder nicht, und nicht an den elektronischen Apparaten.

Was Twitter kann, kann nur Twitter

Wer bist Du auf Twitter?

@Thomas_J („Thomas-Unterstrich-Jot“, wie Sascha Lobo mich auf einer Veranstaltung vor mehreren Jahren erkannte, als man einander noch persönlich auseinanderhalten konnte)

Seit wann bist Du auf Twitter?

Seit 2007. Wobei ich anfangs deutlich mehr getwittert habe als zurzeit. Ich liege jetzt gerade bei knapp 11000 Tweets, 925 Followern und 825 von mir Verfolgten.

Nutzt Du Twit­ter vor­wie­gend pri­vat oder beruflich?

Privat und beruflich trenne ich nicht so besonders, aber ich würde den Charakter eher privat sehen.

Zu wel­chen The­men ver­öf­fent­lichst Du Deine Tweets?

Zu dem, was mir über den Weg läuft. Ohne Priorität. Gerne berufliche Schmankerl, aber ich beteilige mich gerne auch an Memen wie dem legendären #einbuchstabedanebentiere oder #fleischfilme.

Wie viel Zeit pro Woche nimmst Du Dir für Twitter?

Oh, das lässt sich leider nicht quantifizieren.

Auf wel­chen Social-Media-Kanälen bist Du aktiv?

Neben Twitter noch auf Facebook und Google+. LinkedIn und Foursquare nutze ich nicht, bei Xing bin ich Mitglied, nutze das aber nicht zur Social-Media-Kommunikation.

Wel­che Posi­tion nimmt Twit­ter für Deine Kom­mu­ni­ka­tion in all Deinen Social-Media-Kanälen ein?

Rechts oben. Es gibt bei mir keine Rangfolge, jedes Medium hat andere Vor- und Nachteile. Für die „richtige Kommunikation“ sind mir immer noch E-Mail und Telefon am wichtigsten.

Orga­ni­sierst Du Tweet-ups bzw. nimmst Du daran teil?

Nein. Ich kenne aber einige nette Menschen, die auch twittern und mit denen ich mich schon persönlich getroffen habe.

Wofür ver­wen­dest Du Twit­ter vorwiegend?

Kommentare zum täglichen On- und Offline-Geschehen.

Wel­che Gesamt­note von 1 – 6 wür­dest Du Twit­ter geben und wieso?

Eine glatte Zwei. Twitter ist so kurz und knackig, dass jeden Monat viele Perlen entstehen, die bei anderen Äußerungsplattformen im Internet einfach nicht möglich wären, wie man jeden Monat an den Übersichten sehen kann. Oder auch den bereits genannten Memen. Das geht mit Fratzbuch oder Gurgelplus nicht.

Wel­che Tools nutzt Du mit wel­cher Hard­ware für Deine Akti­vi­tä­ten auf Twitter?

Ich twittere von allen Plattformen, die ich nutze. Auf den Smartphones jeweils die eigene App und auf dem PC klassisch das Browserinterface.

Die Nächs­ten, bitte!

Wer hat noch nicht, wer will nochmal?

Niemand hört dich

Mit offenem Mund lese ich dieser Tage, dass sich Robert Basic dazu bekennt, als Kind andere gemobbt zu haben, ja sogar bewusst ein Kind von einer Schule zu vertreiben. Zwar habe ich vielleicht auch nicht immer als Kind richtig gehandelt und war ab und zu „gemein“, aber diese Wirkung hatte das nie, das war auch nie so beabsichtigt und wenn, dann hätte ich nicht so reagiert wie er, doch das will ich hier nicht beurteilen. So etwas ist eine Frage der grundsätzlichen Haltung.

Doch als Erklärung für diese Taten gibt er vor, Kinder sollten stark werden und wachsen, statt sich dieser Opferrolle zu ergeben. Dabei gibt es nur zwei Probleme. Wer nicht die Persönlichkeit hat, sich zu wehren, dem kann man es auch nicht beibringen. Diese „Wehrdich“-Haltung ist manchen halt zutiefst zuwider und wird es ewig bleiben.

Vor allem: Wer soll einem das in einer kritischen Situation sagen? Mitschüler (selbst Freunde) halten sich meist raus, und Eltern sind nicht da, wenn’s drauf ankommt (die versehen außerdem selten die Dynamik, die das hat). Außerdem sind es meist keine eskalierenden Situationen, sondern die vielen kleinen Stiche, die nur die erleben, die es sagen oder tun und man selbst.

Alle anderen merken nichts davon, und vermitteln kann man es ihnen nicht. Es ist keiner da, der dir hilft.

Also gibt es nur die Möglichkeit: selbst die Lösung finden, was ja auch meist mehr oder weniger gut funktioniert. Und daraus so gut es geht zu lernen. Ich habe daraus vor allem eines gelernt, in vielen kleinen Schritten: solche Menschen und dieses Verhalten zu ignorieren und sich von ihnen fern zu halten.

Zum Glück habe ich als Erwachsener diese Freiheit. Kinder haben das nicht. Deswegen ist es wichtig als Eltern, Lehrer, Mensch, der so etwas sieht, die Ohren zu spitzen und auf die Signale zu achten – damit man vielleicht doch helfen kann.

Wie das gehen kann? Kiki Thaeringen, die über ihre Erfahrungen berichtet hatte, gibt einem Lehrer Antwort darauf, besser könnte ich es auch nicht formulieren.

Übrigens wurden mehrfach Mitschüler, die mich anfangs ärgerten, hinterher zu meinen besten Freunden.

Ich bin ein Bonner

Dieses Blog ist jetzt bei den Ironbloggern Bonn. Wer mich kennt, wird mich eher nach Köln „verorten“, doch ich sehe das nicht so eng. Ich habe schließlich auch Jahre lang ohne Schaden in Düsseldorf gearbeitet…

Weil ich ein paar nette Menschen kenne, die auch bei den Bonnern mitmachen und die auch nicht alle direkt aus Bonn kommen, habe ich mich der Truppe auch angeschlossen. Für mich ist es eine „Motivationshilfe“, nach längerer Blogabstinenz wieder auf Touren zu kommen. Aber das ist nur der eine Aspekt. Der wichtigste ist, ich sagte es bereits: Nette Menschen!

Es begab sich zu einer Zeit, da es noch keine Blogger gab und das Internet noch Benjamin-Blümchen-Kassetten hörte. Da tauschte man sich über Mailinglisten aus, und die bekannteste war die Networker-Liste. Schon damals haben wir uns hin und wieder außerhalb getroffen, und das war immer sehr schön und erhellend. Deswegen freue ich mich, dass mit den eisernen Bloggern wieder ein adäquater Rahmen vorhanden ist.

Sport ist Mord (II)

Fußball ist unser Leben, denn König Fußball regiert die Welt – meine nicht. Denn wie ich schon feststellte: Sport in Deutschland, das ist eine ernste Angelegenheit, bei der die Freude im Hintergrund steht. Und besonders beim Nationalsport versteht der Deutsche keinen Spaß. Fußball hat ja drei Aspekte: Gucken, Selber kicken und kicken lassen.

Den größten Anteil nimmt bei uns das Gucken ein. Dafür bezahlen wir gerne, an vielen Stellen: Ein fürstliches Honorar an die 11 Männekes, die da über den Platz pesen und dem Ball hinterherhetzen, (und wer ihn hat, kickt ihn wieder weg… aber wir wollen sachlich bleiben). Die verdienen Mioonen, auch an Werbegeldern.

Und wer ein echter Fan ist, der geht entweder per Dauerkarte, um sich das Trauerspiel live anzusehen oder löhnt an Sky für die Übertragung auf den Flachbildschirm (übrigens der einzige Grund, warum Sky sich über Wasser halten kann. Wenn die irgendwann mal die Rechte abgeben müssen, ist Ende. Doch bis dahin machen die beim DFB immer einen auf Haffenloher. Doch ich bin schon wieder neben der Spur…).

„Fussi“ gucken ist in. Zu Hochzeiten kann man sich dem Spektakel gar nicht entziehen. Wie angenehm war es zu Olympia, als endlich auch mal andere Sportarten im TV präsentiert wurden.

Jeder guckt es, jeder kennt es, und jeder eine Meinung, und die muss man kundtun. Lautstark, per Tweet, auf Facebook etc. Sogar die, die sonst vom Gang zur Toilette im Keller ihrer Stammkneipe schon einen halben Herzinfarkt bekommen und japsen, wissen genau, warum ein Spieler schlecht spielt und warum „ihre Mannschaft“ eigentlich hätte gewinnen müssen.

Apropos „ihre Mannschaft“. Selbst beim Verein aus dem Süden der Republik gibt es bei jeder Truppe Höhen und Tiefen. Ist ja auch ok. Warum man seinem aber geradezu religiös folgt, ist mir ein Rätsel, für das man wahrscheinlich selbst kicken muss.

Was mich zum nächsten Punkt führt: Fußball spielen ist eine andere Angelegenheit. Ich hab das nie gerne getan, weil für mich Ballspiele so unberechenbar sind. Als die Person, die zuletzt gewählt wird, bekommt man auch nur in der Verteidigung zu tun. Da war ich ab und zu recht gut (an mir kommt man nicht so leicht vorbei…). Ich bevorzuge ansonsten lieber andere Sportarten wie Laufen oder Gesellschaftstanz.

Zuguterletzt spielen lassen: Mein Sohn war mal für kurze Zeit im Verein. Wie da die Kinder von ihren Vätern und Müttern über den Platz gescheucht werden, dagegen hatten wir bei der Bundeswehr in der Grundausbildung einen faulen Lenz…

Natürlich hat Sport immer auch etwas mit Wettbewerb zu tun, und das ist ja auch gut so. Doch wenn nur noch der Sieg an sich im Vordergrund steht, läuft irgendetwas falsch.