Eine Tonne Stahl

Jedes Auto wiegt durchschnittlich etwa eine Tonne (die dickeren mehr). Und für mehr als die Hälfte aller Menschen in unserem Land steht ein Auto vor der Tür. Oder in der Garage. Oder sonst irgendwo.

Eine Tonne Stahl muss bewegt werden, nur, damit der oder die zugehörigen Menschen ohne Probleme von A nach B gelangen.

Die Kosten sind immens: Viele Autos kosten mehr Geld als ein Mensch innerhalb eines Jahres komplett verdient. Und die Belastungen für die Umwelt auch. Das wird sich vielleicht einmal verringern, wenn alternative Antriebstechniken kommen. Doch solange diese astronomisch hoch in der Anschaffung sind, unsicher im Betrieb und die Infrastruktur für die Versorgung nicht gewährleistet, sind das nur Spielzeuge für ein paar gut Betuchte oder Ingenieure. Man sieht das beim Gasantrieb, der über ein paar handabzählbare Anhänger nicht hinaus kam.

Und das ist ja nicht alles. Damit die Autos schnell genug fahren können, ist ihnen ein großer Teil des freien Raums zwischen den Häusern vorbehalten. Fußgänger müssen am Rand langlaufen und dürfen die Straße nur überqueren, wenn gerade keine Autos da fahren.

Die Alternative ist leider nur, sich öffentlichen Verkehrsmitteln hingeben zu müssen. Das ist zwar möglich, doch oft leider auch mit viel Einbußen im Komfort verbunden. Wer schon mal zwischen 6.30 uns 8.30 Uhr morgens unterwegs war, weiß das.

Dabei könnte sich durch vernünftige Investitionen eine ganz andere Lebenseinstellung durchsetzen. Wenn die Menschen gerne mit Bus & Bahn fahren, benutzen sie diese auch und lassen das Auto stehen oder schaffen es ab.

Dazu gehören bessere Fahrplanaufstellungen und die Investition in die Bahn als Zukunft. Wenn ich lese, dass eine ganze Flotte von ICE-Zügen wegen Nickeligkeiten keine Freigabe erhalten oder der Rhein-Ruhr-Express an wichtigen Haltepunkten in Köln vorbeifahren soll: so bringt man bestimmt keine neuen Kunden dazu, vom Auto umzusteigen.

Auch dass neue Techniken nicht weiter verfolgt werden, halte ich für einen Fehler. Mit Magnetschwebezügen könnte die Reisezeit für 300 km auf unter eine Stunde gesenkt werden. So wäre es problemlos möglich, beispielsweise im Rheinland zu wohnen und in Frankfurt zu arbeiten. Oder umgekehrt.

Was macht die Politik statt dessen? Erlaubt den Reisebusverkehr wieder, bei dem eine Fahrt von Köln nach Berlin fast acht Stunden braucht, unter anderem auch weil der Bus erst vorher an jedem dicken Baum im Umland die Gäste einsammelt. Und sie führt die Maut nur halbherzig ein, indem (zunächst) nur die ausländischen Fahrer zahlen.

Ich bin keineswegs gegen Individualverkehr. Ich bin nur dagegen, eine Tonne Stahl mit immensem Aufwand in Bewegung zu setzen, nur damit man bequem die Brötchen holen kann.

Offline

Zehn Dinge, über die ich im Internet nicht schreibe oder wenn überhaupt den wahren Hintergrund extremst verfremde.

Familie – meine Kinder sind inzwischen alt genug, sich selbstständig im Internet zu bewegen, aber auch sonst finden sich so gut wie keine Bemerkungen und überhaupt keine Fotos von ihnen. Das würde ich auch nicht anders handhaben, wenn sie noch kleiner wären. Und das gilt auch den Rest meiner Mischpoke.

Politik – politische Ansichten oder das Bekenntnis zu einer bestimmten Partei rufen im Internet nur Hohn und Spott hervor. Den kann ich im richtigen Leben schon kaum ertragen, deswegen muss ich mir das im Netz erst recht nicht geben.

Religion – das für Politik gesagte gilt umso mehr für Religion, plus dass ich denke, dass mein Glaube niemanden etwas angeht und ich darüber nicht diskutiere.

Kunden – wie dumm sich ein Kunde auch anstellt: ich halte sie in 99 Prozent aller Fälle für ein Opfer von Technik, die so kompliziert gestaltet wurde, dass es meist an den Geräten, der auf ihnen laufenden Software und der mangelnden Dokumentation der Hersteller liegt. Außerdem sind fast alle meine Kunden zu liebenswert. Das eine Prozent, dass mich nervt, taucht hin und wieder auf.

Sex und Liebe – hat im Internet nix zu suchen oder finden.

Krankheiten – Ich halte eine Krankheit, und sei es nur ein Schnupfen, für nicht publizierenswert.

Probleme – jemand hat mal geschrieben: es nützt nichts, wenn du über deine Probleme im Internet schreibst. Denn Hilfe kannst du nur selten erwarten, die meisten Menschen delektieren sich nur daran oder sind neidisch, wenn sie mitbekommen, dass dir geholfen wird. Das konnte man an verschiedenen Stellen erleben.

Glückwünsche – ich gratuliere niemandem zum Geburtstag oder anderen Ehrenfesten – ich freue mich selbst über Glückwünsche, verteile sie aber nicht. Vielleicht wüsste ich sonst nicht wo ich aufhöre, ich finde die Flut manchmal irgendwie beliebig.

Formale Fehler – ob jemand groß oder kleinschreibt, ob zu viele Kommata drin sind, mit Rechtschreibfehlern en gros oder en Detail, ob in Comic Sans oder mit Deppenapostroph und -Leerzeichen – ehrlich, ich merke das natürlich, aber wir sind doch hier nicht in der Schule, wo Petzkärtchen verteilt werden. Selbst der Spruch „Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten“ ist mir dafür zu blöd.