Selbst verordnete Hilflosigkeit

Neulich lief im Fernsehen wieder „Die Unbestechlichen“, der Film über die Watergate-Journalisten mit Dustin Hofmann und Robert Redford. In einer Szene musste Bob Woodward (Redford) eine Telefonnummer herausfinden und wühlte sich tatsächlich über mehrere Stunden durch einen Riesenhaufen dicker Telefonbücher. Da kam mir in den Sinn:

Wir leben in einer Welt mit Navi, eBook-Reader, Handy, Tablet, Internet, Multifunktionsdrucker, Lieferservice und alles ist ja auch wunderbar. Aber wenn ich sehe, wie hilflos manche Menschen agieren, sobald ihnen eines dieser Teile abhanden kommt, bin ich froh,

…auch ohne Navi zu einem Ort zu gelangen, den ich nur auf der Karte gesehen habe
…auch ohne Suchfunktion in einem Text, einer Zeitschrift oder Buch eine bestimmte Information zu finden
…einmal am Tag etwas zu schaffen, wo der einzige Strom, der höchstens fließt, einen Bohrmaschinenmotor oder eine Stichsäge antreibt
…mit barem Geld einzukaufen und solches auch wieder zu bekommen
…eine vom Sinn her nachvollziehbare Notiz leserlich auf einen Zettel schreiben zu können
…aus einer Handvoll Zutaten auch ohne Rezept ein schmackhaftes Gericht kochen zu können
…eine längere Wartezeit auch ohne Bespaßung irgendeiner Art auszuhalten
…ohne Rechtschreibprüfung fehlerfreie Texte zu verfassen (mit einer Ausnahme: das und dass gehen mir ab und zu dadurch)

Ode an die Siebziger (I)

Ich bin ein Kind der Siebziger. 1962 geboren fiel ein großer Teil meiner bewusst erlebten Kindheit in dieses Jahrzehnt. Ich erinnere mich vor allem an Architektur und Zukunftsträume.

Künstlichkeit war Trumpf. Beton war bei neuen Häusern, Kirchen und kompletten Innenstädten der vorherrschende Baustoff, aus Kunststoff wurden Möbel und andere Dinge des täglichen Lebens hergestellt. Das erlaubte eine fantasievolle Gestaltung, die man anschließend nie wieder sah. Holz und Stahl, natürliche Farben – das kam erst im Laufe der Neunziger nach vorne.

Die Siebziger waren bunt, aber nicht in klaren Farben, sondern vor allem knallig. Orange und Kackbraun, Lila und Pink. Neon noch nicht so sehr, das kam erst später. Mut zur Farbe ist lange schon wieder out. Grau, schwarz und Silber beherrschen unsere Welt.

Musik aus den Siebzigern war noch nicht von elektronischen Taktgebern durchgerechnet, sondern egal ob Disco, Rock oder Balladen alles größtenteils „handgemacht“. Jede Funkproduktion aus dieser Zeit schlägt um Längen den künstlichen Housemüll, der zum Teil heute produziert wird.

Vor allem war die Zukunft offen, man konnte sorgloser träumen. Bis auf die Ölkrise war Energie kein Thema, um das man sich Sorgen machen musste. Die Fronten zwischen den beiden Großmächten waren klar abgesteckt, aber die Situation eskalierte erst Anfang der Achtziger.

Coming soon: kleine Retrospektive mit Filmen und TV-Serien aus dieser Zeit

Ohne Ausweg

Technologie ist ja eine feine Sache, sie hilft uns und macht das Leben immer schöner. Doch häufig führt sie uns in Sackgassen, aus denen ich zunächst keinen Ausweg sehe.

Wer mit Windows groß geworden ist, soll heißen, für wen nur dieses Betriebssystem in Frage kommt, der befindet sich zurzeit in einem kleinen Dilemma. Klein deswegen, weil zwar Version 8.1 veröffentlicht ist, es aber Windows 7 auch noch gibt. Doch das ganz neue Microsoft-Betriebssystem verursacht selbst altgedienten Hasen Bauchgrimmen bis zur ohnmächtigen Wut, weil man einfachste Funktionen erst über fünf Ecken entdecken muss.

Programme findet man nicht mehr wieder, die Systemsteuerung lässt sich nur umständlich aufrufen. Zwar sieht es so aus, als wolle Microsoft mit weiteren Updates – Update 1 zu Windows 8.1, watt’n Witz! – zurückrudern und uns wenigstens erlauben, die Büchse wieder ohne Umstände abschalten zu können. Doch das blöde Gefühl bleibt.

Andersherum ist das, was an Windows in Windows 8/8.1 geblieben ist, leider nicht für Tablets geeignet. Ich kann Dialogfelder leider nicht per Geste großziehen, damit ich die winzig kleinen Anklickfelder mit dem Finger auch treffe, bei denen das mit der Maus problemlos möglich ist. Warum Office 2013, das Meisterstück der Programmierkunst, im Windows-7-Abteil des 8er-Betriebssystems sitzt, weiß auch niemand.

Gänzlich zur Weißglut bringt einen der Zwang zur Anmeldung mit Microsoft-Konto. Kein einfaches oder weggelassenes Kennwort mehr. Hier ist alles sicher. Aber wozu das gut sein soll, weiß niemand.

Alternativen sind leider keine in Sicht. Für MacOS ist die Hardware schlicht zu teuer. Reine Tablet-Betriebssysteme von Gurgel oder Apfel sind wunderschön, aber zurzeit keine ernsthafte Alternative (und mir graut schon davor, wenn sie die Desktops einst komplett ablösen werden), vom Handy reden wir hier gar nicht erst.

Linux, ein Kommentator bei Facebook wies mich darauf hin, hätte ich beinahe vergessen. Leider gibt es Mioonen Varianten, von denen ich keiner richtig vertraue, aus zwei Gründen: durch die vielen Builds und Kernels blicken ja selbst Experten kaum durch. Und dann ist da noch immer die Sache mit der unklaren Hardwareunterstützung. Natürlich ist das auch mein Problem. Aber als Alternative zu Windows 8 möchte ich Linux anderen auch nicht unbedingt empfehlen.

Ich halte mich für einen technikaffinen Menschen, der seit den Kommandozeilenzeiten bei Microsoft und seinem System ist. Aber von diesem Windows habe ich die Schnauze voll. Und mir tun die vielen armen Menschen leid, die mit Windows 8ff. geplagt sind, weil sie nichts anderes mehr bekommen, und die hilflos vor dem System sitzen. Ohne Ausweg.

Suchspiel

Word ist schon ein hinterlistiges Stück Software. Ich benutze es seit seinen Ursprüngen. Noch nach all den langen Jahren vermag es einem Knüppel zwischen die Beine zu werfen, indem es bei einfachsten Grundfunktionen nicht so funktioniert, wie man es erwartet.

In meiner Texterhütte ist mir das ja egal, aber wenn man das anderen beibringt, ist es einfach nervig. Da muss man schon Entertainerqualitäten aufbringen, um das sperrige „ach das geht ja doch nicht so wie erwartet“ zu überspielen, etwa wenn man eine Grafik über einem Text anordnen will. Ich weiß schon, warum ich bei meinen eigenen Büchern zuletzt mit InDesign arbeitete und nicht mit dem überkandidelten Microsoft-Texteditor.

Zum Glück hat sich wenigstens die Bedienung seit Version 2007 nur marginal geändert, so dass man nur bei Sonderfunktionen wie Speichern, Drucken oder Seitenvorschau entsprechende Anleitungen anpassen muss.

to be continued. Next: Wtf ist OneNote und hat das schonmal je einer benutzt geschweige denn gebraucht?