Das Zauberwort heißt sofort

Der Arbeitsplatz der Zukunft zeichnet sich dadurch aus, dass er bisherigen Konventionen nicht mehr folgt, sondern so individuell ist wie die Menschen, die ihn benutzen. Und dass nicht die Arbeitsmittel und Ressourcen wichtig sind, sondern Inhalte und Ergebnisse.

Ob ich also mein Tagewerk in einer klassischen Nine-to-Five-Umgebung einer Firma oder zuhause erledige, ob ich zuhause mich den gleichen Konventionen unterwerfe, es zählt nur, was am Ende herauskommt.

Und dass ich so schnell wie möglich fertig werde. Denn ob Arbeitgeber (angestellt) oder Auftraggeber (selbstständig): jeder möchte von mir möglichst alles auf einmal und sofort haben.

Hat man als Selbstständiger beispielsweise mehrere Kunden, kommt man sich vor wie mit einer Horde Kindern im Bus: Jeder möchte vorne sitzen. Die Kunst besteht dann darin, alle zeitlich zufrieden zustellen. Das ist die eigentliche Herausforderung.

Pünktlichkeit und Schnelligkeit schlagen Qualität. Letztere ist natürlich auch wichtig. Aber wer möglichst „zeitnah“ (ich liebe dieses Wort) seine Aufgaben erledigt, hat schon mehr als die halbe Miete eingefahren.

<tl;dnr> Timing ist keine Stadt in China.

Momentum

Es gibt Worte, die aus dem Englischen kommen, aber die man in Deutsch nur unzureichend übersetzen kann. Momentum zum Beispiel. Mit „Schwung“ ist dieses Wort nur unzureichend umgesetzt. Es geht hierbei auch nicht nur um die Bewegungsenergie, sondern auch die Masse, die – einmal in Gang gesetzt – sich nicht so leicht wieder stoppen lässt. Wie die große Dampflokomotive oder der Ozeandampfer.

Einen solchen Momentum-Effekt gibt es jedoch nicht nur im Maschinenbau, sondern auch auf geistiger Ebene. Zurzeit schreibe ich nicht nur hier in den Editorialnotes, sondern auch für das Techniktagebuch und auf anderen Ebenen, und häufig passiert es mir in den letzten Tagen, dass ich dann plötzlich in Fahrt gerate und die Ideen für Beiträge (nicht nur für diese beiden Blogs, sondern auch viele andere Schreibprojekte, die es noch nicht gibt oder die es schon gibt aber die noch geheim sind) nur so sprudeln, da komme ich fast gar nicht nach mit dem Aufschreiben.

Aufschreiben muss ich es aber. Denn Ideen sind wie scheue Rehe: einmal weggeschaut und etwas anderes gemacht sind sie wieder verschwunden und kehren – wenn man Pech hat – nie wieder.