Der tägliche Kampf

Beobachtungen als Teilnehmer am Straßenverkehr.

  • Das Durchfahren einer gerade auf rot umgeschalteten Ampel gehört schon zur Gewohnheit, die überall praktiziert wird. Jedes Mal.
  • Fahrstreifenwechsel sind nicht erlaubt, solange auf der anderen Spur auch einer fährt. Denn der müsste ja abbremsen und einen herüberlassen. Geht garnicht.
  • Ein Kreisverkehr ist eine feine Sache, weil der Verkehr flüssiger fließt als mit einer Ampel. Und er ist eine komfortable Möglichkeit, auf einer Straße zu wenden. Versuchen Sie das mal sonst auf einer befahrenen Straße. Keine Chance.
  • Andererseits kann man auf einer Straße, auf der Autos aus einem Kreisverkehr heraus kommend fahren, kaum links abbiegen, weil sie einen ständigen Verkehrsfluss ohne Lücke bilden. Bei einer Ampel böte sich diese Lücke zwangsweise, wenn die Teilnehmer rot hätten. Denn anhalten, um einen hereinzulassen – woher denn?
  • Viele Einrichtungen an einem Auto sind noch Überbleibsel aus einer Zeit, da die Teilnehmer etwas rücksichtsvoller fuhren und sich an die Verkehrsregeln hielten. So zum Beispiel der Blinker. Der wird heute höchstens noch zum Abbiegen eingesetzt, aber nicht beim Vorbeifahren oder gar, wenn man rechts ran fährt um anzuhalten.
  • Die Strafe für das Telefonieren während der Fahrt wurde jüngst auf 60 Euro angehoben. Ich befürchte, das wird ebensowenig nützen, denn ich sehe sehr häufig Menschen, die sich einfach nicht daran halten. Mein Vorschlag wäre ja, bei einem solchen Vergehen das Handy endgültig einzuziehen und noch vor Ort zu vernichten.

19

Seit dem heutigen Datum vor 19 Jahren bin ich selbstständig in meiner Haupttätigkeit als freier Journalist und Fachautor für IT-Themen. Das mag wie eine Ewigkeit erscheinen, zumal in dieser Branche.

Zwar ist Computerkenntnis immer gut gefragt, vor allem wenn es nicht nur mehr ist als bei anderen, sondern vor allem, wenn sie gut vermittelt werden kann. Doch der Journalismus asweknewit™ ist in den knapp zwei Jahrzehnten komplett den Bach herunter gegangen.

Vielleicht ist ein so krummes Jubiläum nicht der richtige Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen, tatsächlich ist es so gut wie alle anderen Zeitpunkte auch. Die fast zwanzig Jahre habe ich aber nur überstanden, weil andere Beschäftigungen das Schreiben ergänzen konnten.

Ich bin dankbar, dass ich in Unterricht und PC-Hilfe Ergänzungsmöglichkeiten gefunden habe, wo die Auftragslage zu wünschen übrig ließ. Was nicht allein die Schuld der Branche an sich ist. Ich habe bestimmt auch viele Chancen, die sich mir offen boten, ja die mir quasi ins Gesicht sprangen, nicht so genutzt, wie es sinnvoll gewesen war und wäre. Doch die Zeitmaschine ist leider kaputt, außerdem hab ich keine Lust über Vergangenes zu weinen. Insofern freue ich mich auf die nächsten vielen Jahre.

<tl;dnr>Thank you for the music.