Steve Jobs

In einer Focus des letzten Jahres gab es als Beigabe die CD mit dem Hörbuch des Buches über Steve Jobs, das zu seiner Erscheinung überall hoch gelobt worden war. Ich habe es mir in MP3 gewandelt und angehört. Offensichtlich handelte es sich dabei um eine gekürzte Version.

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Ich kann mich dem Lob, den das Buch nach seinem Erscheinen erhielt, nicht uneingeschränkt anschließen. Meine Kritik umfasst drei Ebenen: das Buch an sich, die deutsche Übersetzung und den Vortrag im Hörbuch.

Interessant ist es natürlich schon, Einblicke in das Leben eines Menschen zu erhalten, der auch einen Teil der eigenen Geschichte mit gestaltet hat. Zwar habe ich nur kurz einen Mac besessen und eine Zeitlang auch mehrere Modelle des iPhone, und auch mein nächstes Smartphone wird mit Sicherheit das neue iPhone 6. Doch als „Fanboy“ oder fanatischer Anhänger allein aufgrund eines Markenbewusstseins würde ich mich nicht bezeichnen. Doch Geräte mit dem angebissenen Apfel-Symbol haben auch meine berufliche Laufbahn begleitet.

Der Autor erzählt die Geschichte in der dritten Person und lässt Jobs selbst sowie Menschen, die das Geschehene auch erlebt haben in Zitaten und Kommentaren zu Wort kommen. Sehr interessant, und man merkt, ob und wie die Menschen mit dem jeweiligen Ereignissen abgeschlossen haben oder nicht.

Der deutschen Übersetzung merkt man leider häufig die Übertragung aus dem Englischen an, wenn sich Formulierungen wiederfinden, die da üblich, bei uns aber gar nicht. So gibt es zum Beispiel „Es ist eine Sache, ob man…“ oder „Er war nicht besonders gut darin, …“. Ob eine freiere Übersetzung nicht möglich oder gewünscht war, weiß ich nicht, ich hätte sie besser gefunden.

Der Text wird gelesen von Frank Arnold. An seinen betulichen Ton kann man sich vielleicht gewöhnen, nicht aber daran, dass immer wenn er Steve Jobs wörtliche Rede vorliest, sich der Ton in den eines weinerlichen trotzigen Kindes wandelt. Mit der Zeit nervt das immer mehr. Ich hätte mir hier außerdem einen jüngeren, dynamischeren Sprecher gewünscht.

Das Hörbuch dauerte etwas über neun Stunden, die ungekürzte Version nimmt wohl 26 Stunden in Anspruch – ich weiß natürlich nicht, was da wegfiel und ob es das Hörerlebnis besser gemacht hätte.

Enge Verwandte als Kunden

Auszug aus dem nie erscheinenden Buch „Goldene Regeln für Selbstständige“, Untertitel „entstanden in langen Jahren der Entbehrungen und Erfahrungen“:

Manchmal bekommt man einen Auftrag von einem nahestehenden Verwandten, der zwar um die Qualität und Zuverlässigkeit der Arbeit weiß, bei dem jedoch keinerlei Ahnung von dem geistigen und zeitlichen Aufwand einer Tätigkeit (hier: Textformatierung und Bildbearbeitung) vorhanden ist. Die Preisverhandlungen sind mörderisch.

Das Epos wird vermutlich fortgesetzt.