Jahresbilanz 2016

Da gibt es schon drei – wer es wirklich wissen möchte: 20152014, 2013

Zugenommen oder abgenommen?

Es ging runter, und zwar zum Ende ordentlich (Stand aktuell: minus 3,8 kg), mehr Details siehe Website vom Gruppenabnehmen.

Haare länger oder kürzer?

Neuer Haarschneider, kurze Matte wie immer.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Keine große Änderung festgestellt.

Mehr Kohle oder weniger?

Mehr und weniger – mehr weil der Lehrerjob sich ausweitete, weniger, weil ein wichtiger Auftraggeber wegfiel.

Mehr ausgegeben oder weniger?

Eher weniger – weil Kinder ausgezogen sind und der Handyvertrag sich fast halbierte.

Mehr bewegt oder weniger?

Mehr, weil ich regelmäßig(er) ins Fitnessstudio ging.

Der hirnrissigste Plan?

Ohne Vorbereitung klappt das schon.

Die gefährlichste Unternehmung?

Ich lebe so ungefährlich, man könnte es fast spießig nennen.

Die teuerste Anschaffung?

Am Anfang des Jahres ein neuer PC plus großem Monitor. Und ein neues Auto (das zum Glück durch den guten Verkauf des alten nicht so teuer wurde). Himmel, ist das aufregend, was?

Das leckerste Essen?

Steak auf der Weihnachtsfeier unseres kleinen Familienunternehmens.

Das beeindruckendste Buch?

Mario Adorf: Himmel und Erde (ich mag Biografien, die von Günter Jauch war aber abtörnend).

Der ergreifendste Film?

Die Reportage über den Autor von Move on up.

Das beste Lied?

Das schönste Konzert?

Kein Live-Konzert dieses Jahr (siehe oben bei gefährliche Unternehmung).

Die meiste Zeit verbracht mit…?

Verstehen.

Die schönste Zeit verbracht mit…?

Nach wie vor: der Familie.

Vorherrschendes Gefühl 2016?

Ungewissheit.

2016 zum ersten Mal getan?

Handy im September gewechselt von iPhone zu Samsung mit Android (und Ende des Jahres zurück zum iPhone…)

2016 nach langer Zeit wieder?

Tanzschuhe gekauft, die werden heute abend eingesetzt!

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Insolvenz meines Hauptauftragsgebers. Brexit & Donald Trump (das ist für mich eins). Aufruhr in Köln (Anfang) und Terror in Berlin (Ende).

Die wichtigste Sache, von der ich jemand überzeugen wollte?

Das höhere Honorar ist wirklich gerechtfertigt.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Aufmerksamkeit.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Im Februar Rückkehr zum Job, den man mir im November 2015 genommen hatte, plus erweiterter Einsatz ab August.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Das hätte ich nie gedacht, dass es so viel Spaß macht.“

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

„Es spielt alles keine Rolle.“

2016 war mit einem Wort…?

Hochspannung ohne Blitzableiter.

Komma

Vor etwa dreißig Jahren entdeckten meine Eltern ein neues Hobby: Bauernmalen. Dabei wird ein Stück zunächst farbig gestrichen, dann auf einen hellen Kreis („Spiegel“) Ornamente, Naturmotive und anderes gemalt. Ist alles fertig, geht es zum Patinieren. Mit dunkler Ölfarbe reibt man über die Oberfläche und verleiht ihr so einen antiken Touch.

In der Hochphase war fast kein altes Möbelstück vor Acrylfarbe und Umbra-Tube sicher. Sogar einen Schleiflackschrank aus den Sechzigern verwandelte man so (unter Zuhilfenahme von Holzknubbeln) in einen, den der Almöhi hätte gebaut haben können. Und auch uns steckte man an: nachdem wir einige Stücke bewundert hatten, meldeten wir uns selbst zu einem Kurs an.

Der Kursleiter war Herr Hill, ein gestandener Volksmaler, ein knorriger, lieber Typ, der sonst auch viel mit Behinderten arbeitete. Im Tagungszentrum in der Eifel befand sich eine Werkstatt, wo wir unsere ersten Gehversuche unternahmen. Zunächst mussten wir jedoch so etwas wie das Äquivalent zum Tonleitern üben in der Musik tun: Kommas malen. Eine Stunde lang.

Einen Strich in der Malerei setzte man nicht einfach wie eine Linie, sondern mit Betonung, als Komma. Aus diesen Kommas werden dann die Formen, Figuren, Blüten, Blätter, Verzierungen und alles andere aufgebaut. Wenn man das Prinzip einmal begriffen und den Bogen raus hat (im wahrsten Sinne), ist der Unterschied zwischen einem Bild ohne oder mit Kommas sofort sichtbar. Nur letzteres ist lebendig, das andere einfach nur flach.

Geld verdienen kann man mit Bauernmalen nicht. Nachdem die gesamte Bekannt- und Verwandtschaft bauernbemalte Kisten, Kästen, Schilder, Töpfe etc. geschenkt bekommen hatte, verlor auch für meine Eltern das Hobby wieder seinen Reiz. Auf einem Bastelmarkt haben wir einmal „öffentlich“ gemalt und auch einige Objekte dabei, die wir verkaufen wollten (Milchkanne, Truhe, Namensschild). Das Interesse war eher mau, die Ausbeute Null. Niemand interessierte sich für die Meisterwerke aus Kommas.

Und so ist von der Bauernmalerei nicht viel geblieben – außer ein paar Objekte in diesem Stil in verschiedenen Wohnungen – sowie das Komma.

Viel Arbeit, wenig Geld

Wenn du schreibst, gut schreibst und die Menschen gerne lesen, was du schreibst, kommst du irgendwann auf die Idee, du könntest doch auch ein Buch schreiben. Oder andere kommen auf die Idee, du könntest doch auch ein Buch schreiben. Ich habe im Laufe der letzten Jahre mehrere Titel geschrieben, die insgesamt sogar einen ganzen Regalmeter füllen.

Meine ersten Schritte als Buchautor tat ich zusammen mit meinem damaligen Kollegen Ralf Ockenfelds. Ich hatte bei seinem PC-Druckerbuch assistiert und unter anderem einen Zeichensatz für Nadeldrucker entworfen. Jetzt wollte Data Becker einen Titel zum Atari ST herausbringen, und so nahm man das PC-Druckerbuch und ersetzte die für MS-DOS spezifischen Teile durch Inhalte von mir über den Atari ST, unter anderem auch über den für diesen Computer erhältlichen Laserdrucker. Man hatte ja nix, der Rest der Welt sägte noch mit Nadeldruckern.

Mein großer Solo-Auftritt kam dann mit dem 386-Buch. Das war ein Praxistitel über diese Computer, denn wie heute aufbauen, einschalten, ein paar Klicks und schon läuft die Büchse – daran war damals nicht zu denken. Man musste sich erst durch die Untiefen von BIOS-Konfiguration, DOS-Installation etc. wühlen.

386buchmedium

Man soll fast meinen, man glaubt es kaum: das 386-Buch steht noch in der Bibliothek der Fernuni Hagen.

Es folgten bei Data Becker Bücher zum 486er, zum Pentium, zu CD-Laufwerken und zum Hardwaretuning. Als ich 1995 Freiberufler wurde, wechselte ich zu Hanser und schrieb dort über CD-Laufwerke, Datensicherung und Notebooks. Später kamen bei Sybex noch ein paar Titel zu Tipps und Tricks rund um verschiedene Hardwarethemen sowie zuletzt 2005 eine Überarbeitung eines Buches eines Kollegen über Digitale Modellbahnen.

Keines der Bücher hat bisher die Investitionen an Bl…ättern, Schweiß und Tränen auch nur annähernd wieder eingespielt. Mit dem 386-Buch hatte ich in einem Monat einmal einen vierstelligen Gewinn.

Natürlich gab es damals noch ein Garantiehonorar, doch das wurde mit den Gewinnen verrechnet. Bei den Büchern von Hanser war das sogar exorbitant hoch (je 8000 Makk). Aber wenn der Verlag (damals) NULL Werbung dafür macht, macht das auch nur zeitweise glücklich. Zum Schluss gab es nur noch je Titel einen Pauschalbetrag ohne Umsatzbeteiligung, der dem Aufwand nicht annähernd gerecht wurde.

Allen, die Bücher schreiben, gilt meine uneingeschränkte Hochachtung, denn die Disziplin bis zur Abgabe geht weit über das hinaus, was man für einen Artikel aufbringen muss. Auf den Erfolg ist lange zu warten – oder man gibt sich allein mit „Ruhm, Ehre und fünf Freiexemplare“ zufrieden (was Data Becker damals in Anzeigen einem Autor versprach – und meist auch hielt…). Dass Bücher weniger erfolgreich sind, weil es das Internet gibt, davon bin ich übrigens nur teilweise überzeugt.